Distant Worlds: Wegpunkt #5

Am 15. Februar 2019 unter elite

A planetary outpost and a docked transporter

Der fünfte Wegpunkt der Distant World 2 Expedition im Spiel Elite Dangerous ist Polo Harbour, ein planetarer Außenposten im Norma Arm, etwa 20.000 Lichtjahre von unserer Erde und circa 7.000 Lichtjahre vom Zentrum unserer Milchstraße entfernt (plus minus 5.000 Lichtjahre). Die Nachbildung unserer Galaxie ist nach wie vor der für mich großartigste Aspekt dieses Spiels. Auch wenn der Nebeneffekt der ist, dass mir die Größenverhältnisse zwischen der Milchstraße und unserer Erde stetig vor Augen geführt werden und so mittlerweile auch die letzte kindliche naive Hoffnung irgendwas hiervon könne irgendwann doch noch Realität werden, verschwunden ist. Aber wie schrieb schon David Perry in einem Gastbeitrag in einem Games Masters-/Super Play-/Whatever-Magazin vor zwanzig Jahren, als er noch relevant war? „Demand the Impossible“. Was in der Realität nicht geht, wird eben gespielt. Ich glaube er meinte Feuerbälle in Prügelspielen und hat Virtua Fighter gedisst, aber es passt ja auch zu Elite.

Wegpunkt Nummer Sechs wird am Sonntag bekanntgegeben.

Seriensofa #3

Am 14. Februar 2019 unter serie

Der dritte Einblick in unsere aktuelle Sofaunterhaltung kommt mit pubertierenden Tötungsmaschinen, Murmeltieren und abgefrorenen Gliedmaßen daher. Genauer gesagt mit:

The Terror

[Prime] Serienableger nach einer Literaturvorlage von Dan Simmons, der die gescheiterte Franklin-Expedition des Jahres 1845 in ein Horror-Fantasy-Szenario verlegt. Auf der Suche nach einer Abkürzung über die Arktis zur östlichen Hemisphäre stecken die Schiffe HMS Terror und HMS Erebus im Eis fest und für die Mannschaften beginnt ein Wettlauf mit Zeit, Kälte und Hunger. Tolle Schauspieler und viel zu viel Schnee aber trotzdem wärmstens zu empfehlen.

Hanna

[Episode Eins im Preview gesehen, ab März bei Prime] Basiert auf Joe Wrights gleichnamigen Film aus dem Jahre 2011, den wir leider nie gesehen haben. Als Baby aus einer zwielichtigen Einrichtung entführt, wächst die kleine Hanna an der Seite ihres Entführers und Ziehvaters Erik in einem abgelegenen Wald auf und wird dort von ihm für den Kampf auf Leben und Tod trainiert. Meinetwegen, aber was zählt ist, dass die Serie Joel Kinnaman und Mireille Enos aus The Killing wiedervereint. Da könnte das Ding von mir aus auch Fiona heißen und von der Tochter einer Floristin mit Pollenallergie handeln.

Russian Doll

[Netflix] Pünktlich zum diesjährigen Murmeltiertag erschien Russian Doll auf Netflix (hierzulande unter dem Titel Matrjoschka im Programm). Nadia, eine von Parties und Beziehungen gezeichnete Software Freelancerin aus New York stirbt in regelmäßigen Abständen mal mehr mal weniger variierende Tode und kommt daraufhin immer wieder zur selben Zeit am selben Ort zu sich: auf der Toilette ihrer Geburtstagsparty. Tolle Serie, die auf John Ramis Film aus dem Jahr 1993 aufbaut und das Murmeltier-Prinzip um einige schöne Ideen erweitert.

Keep An Eye Out

Am 13. Februar 2019 unter film

Immer wenn ich Benoît Poelvoorde sehe, muss ich an den schrecklich guten Film Mann Beißt Hund denken, der mich damals unter dem Deckmantel der Satire mit seiner schonungslosen und gleichgültigen Darstellung von Gewalt so schockierte, dass er zusammen mit Requim for a Dream in der Schublade „Filme, die ich nie wieder sehen will“ landete. Und weil das Leben immer noch die beste Satire von allen ist, spielt Benoît Poelvoorde, der in Mann Beißt Hund mit einem Lächeln im Gesicht Frauen, Männer und Kinder umbringt, heute selektiv wahrgenommen bloß noch Rollen in vornehmlich lustigen Filmen. Und jedes Mal, wenn er in einem eben dieser Filme grinst, lacht oder böse guckt, sieht mein Gehirn ihn in Mann Beißt Hund eine Oma so lange würgen, bis dieser das Gebiss rausfällt. Kopfkino Galore.

Aktuell tat mein Kopf das während des Films Keep An Eye Out (Im Original Au Poste!). Das Kammerspiel von Quentin Dupieux (Rubber) über ein Verhör zwischen einem Kommissar und dem einzigen Zeugen eines vermeintlichen Mordes vermischt Slapstick, herrliche Dialoge und unkonventionelle Filmkunst zu einem kurzweiligen Mix von siebzig Minuten Länge. Ich mag es, wenn sich Filme im Zeitalter der Streaming Shows an deren Länge orientieren und so die Möglichkeit aufkommender Längen verringert wird. Auch sonst wirkt der Film sehr stimmig komponiert: Ein in Retrofarben getauchtes Szenenbild, eine gewollt öde Plattenbau Ästhetik und fiese Rollkragenpullover sorgen im Idealfall für ein omnipräsentes Schmunzeln auf Seiten der Zuschauer.

Französische Filme mit mindestens zwei Darstellern in überschwänglicher Pose auf den Filmplakaten lösen bei mir in der Regel keinen Guckreiz aus, aber ich bin froh, dass ich mich bei Keep An Eye Out dennoch dazu überwunden habe. Auch wenn ich schon ahnte, dass der Regisseur eines Films in dem ein Autoreifen Amok läuft, keine normale französische Komödie im Stil der Sch’tis abliefern würde.

byNWR.com

Am 13. Februar 2019 unter film

Born from Nicolas Winding Refn’s passion for the rare, the forgotten and unknown, byNWR breathes new life into the culturally intriguing, influential and extreme.

Streaming-Tipp: Nicolas Winding Refn (Drive, Only God Forgives) kuratiert besondere Filmklassiker und zeigt diese bei kostenloser Regestrierung auf byNWR.com. In einer Kollaboration mit Mubi werden dort ebenfalls die jeweils aktuellen Filme über die App gezeigt. Schöne Aktion.