Donswelt.de

Am 23. Januar 2019 unter ansage

Ich könnte jetzt hier schreiben, dass Donswelt wieder unter Donswelt.de zu erreichen ist, aber wenn ihr es hierher geschafft habt, wusstet ihr das ja schon. Cool.

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Once Upon A Deadpool

Am 21. Januar 2019 unter film

Deadpool 2 hat es 2018 in meine Top Drei geschafft, weil es immer noch die schönste augenzwinkernde Kritik am Marvel Cinematic Universe ist. Ich mag den Deadpool Humor sehr, bin aber kein Fan von explizit dargestellter Gewalt und da habe ich es bei der Reihe natürlich nicht leicht. Daher freute ich mich auch so auf die umgeschnittene Once Upon A Deadpool Version, die zu Weihnachten für Kinder ab 13 in den USA in die Kinos kam. Für viele Fans des Franchise ein Sakrileg und bestimmt wurden irgendwo Fox-Fahnen verbrannt und T-Shirts mit Parental Advisory drauf zu peinlich erzürnten Gesichtern getragen.

Ich dagegen bin der Meinung, dass Deadpools Großartigkeit eben nicht nur auf Blut und umherfliegende Körperteile als Stilmittel angewiesen ist, sondern zu großen Teilen aus den Dialogen entsteht. Und so habe ich Once Upon A Deadpool auch als Experiment gesehen und jetzt, da die alternative Schnittfassung hierzulande erschienen und respektive ab Zwölf freigegeben ist, gleich mal mit der ganzen Familie geguckt. Und ich hatte tatsächlich noch mehr Spaß als bei der Ur-Version.

Zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen Bildschirmgewalt als Stilmittel, aber ich mag es, wenn das in meinem Kopf abläuft und nicht explizit grafisch dargestellt wird, was oftmals plump und abstumpfend auf mich wirkt. Dafür gibt es eigene Genres, die das ausschweifend zelebrieren und die ich absichtlich nicht schaue. Versteht diesen Text also bitte nicht als Kritik an Deadpool 2, sondern als Lob auf Once Upon A Deadpool, der nun neben Logan, Guardians 2 und Days of Future Past mein Lieblings Marvel ist. Und ich habe früher immer gerne Wunderbare Jahre gesehen, weshalb ich mich natürlich auch sehr über die neuen Szenen mit Fred Savage gefreut habe.

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Glass

Am 18. Januar 2019 unter film

M. Night Shyamalans Karriere in Hollywood als holperig zu bezeichnen wäre wohl etwas untertrieben. Ein Tal zwischen zwei Bergen trifft es da schon besser, stellt man sich die Reaktionen auf sein Gesamtwerk einmal als Lorenz-Kurve vor. Nichtsdestotrotz haben Filme wie The Sixth Sense, Signs und allen voran Unbreakable bei mir für immer einen sicheren Platz im Herzen. Letzterer ist immer noch mein Lieblings Superheldenfilm ohne Comicvorlage. Umso erfreuter war ich, als sich Split überraschend als Nachfolger outete, nachdem sich Shyamalans Ruf zuvor mit The Visit gerade wieder erholt hatte. Dass er es jetzt trotz des Auf und Abs in seiner Karriere nach 19 Jahren geschafft hat, mit Glass nicht nur einen Abschluss der Trilogie vorzulegen, sondern auch noch einen, dessen Rechte an den beiden Vorgängern bei zwei verschiedenen Produktionsfirmen liegen, weshalb sich Universal und Disney nun die Rechte an Glass teilen, ist nicht etwa trivial, sondern durchaus ein kleines Lizenz-Wunder von Hollywood.

Noch viel schöner ist es natürlich, dass mich Glass durchweg sehr gut unterhielt und die Reihe für mich schlüssig, befriedigend und natürlich nicht ohne mindestens zwei Shyamalan Trademark Twists beendet hat. Das übernatürliche Talent James McAvoys bei der erneuten Darstellung der 20 Persönlichkeiten aus Split steht hier neben Bruce Willis und Samuel L. Jacksons routiniertem Schauspiel deutlich im Vordergrund. Aber auch die teilweise nach 19 Jahren wiederkehrenden Nebendarsteller, die omnipräsenten Schemata aus der Welt der Comics und ein ausgereiztes Spiel mit Farben trägt zum runden Gesamtbild des Films bei.

Die zwei Stunden und zehn Minuten Filmlänge wirkte auf mich zwar nicht ermüdend, hätte aber zu Gunsten des Pacings gerne um 20 Minuten gekürzt werden dürfen. Einen Directors Cut des angeblich dreieinhalb Stunden langen Original-Schnitts würde ich mir aus reinem Interesse heraus allerdings trotzdem gerne anschauen. So richtig genug habe ich von der Welt nämlich noch nicht. Und das, obwohl wir seit Jahren mit Superheldenfilmen nur so beschmissen werden. Aber wer weiß. Vielleicht kommt ja in fünfzehn Jahren noch ein vierter Teil. Ob M. Night Shyamalans Lorenz-Kurve dann einen weiteren Berg oder einen weiteren Graben aufweist bleibt abzuwarten.

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Distant Worlds Wegpunkt 2: Omega Nebel

Am 17. Januar 2019 unter elite spiel

Der Omega Nebel

Distant Worlds 2 heißt eine von Spielern ins Leben gerufene Expedition im Spiel Elite Dangerous. Drölftausend Piloten haben sich für den Spaß angemeldet und wollen über die nächsten Wochen und Monate zum Zentrum der Milchstraße und danach ans andere Ende der Galaxis fliegen. Ich fliege auch mit und habe bereits am Dienstag den ersten Wegpunkt erreicht: Der Omega Nebel, 5500 Lichtjahre entfernt von unserem Sonnensystem. Schön ist es hier. Ich werde versuchen regelmäßig Bilder, die ich auf der Expedition geschossen habe hier im Blog hochzuladen. Und ich bin gespannt, wie weit ich überhaupt komme. Aufbruch zum bis dato noch unbekannten Wegpunkt Nummer Drei ist der 27. Januar. Bleibt dran, wenn ihr Lust habt.

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mid90s

Am 16. Januar 2019 unter film

Ich bemitleide ja jeden Menschen, der in den Neunzigern nicht im optimalen Partyalter war. Nachdem allgemeine Idiotie im nahen Osten im Golfkrieg gipfelte und eine neue Welle ungeahnt brutalen Terrorismus lostreten sollte, saßen wir in Kellern, spielten Street Fighter, Mortal Kombat oder Neo-Geo zum Soundtrack der goldenen Hip-Hop Ära. Wir machten Beats, rappten auf den letzten Jams, fuhren an öffentlichen Plätzen mit dem Skateboard oder bemalten Wände mit Sprühfarbe. Im Idealfall alles zusammen. All das gibt es heute noch, stand damals aber in voller Blüte, wurde noch nicht von Hipstern verunstaltet und führte auch noch nicht dazu, dass man von engstirnigen Älteren mit Modewörtern wie etwa Millennial beschimpft wurde.

Mid90s ist eine Ode auf diese Zeit und gleichzeitig eine Momentaufnahme, die zeigt, wie eine Clique und eine ordentliche Portion Auf-alles-scheißen die Probleme mit dem Leben an anderen Stellen erträglicher machen kann. Zentrale Rolle des Films ist Stevie, ein Dreizehnjähriger, der sich mit dem Erwachsenwerden und den sich daraus ergebenden Problemen mit dem familiären Umwelt konfrontiert sieht. Er freundet sich im Skateladen mit anderen Jugendlichen an und zieht fortan mit ihnen für Parties und vor allem zum Skaten um die Häuser.

Die Authentizität dieses Meisterwerks macht dabei aber nicht bloß die 16mm Ästhetik oder das 4:3 Bildformat aus, sondern vielmehr die gut geschriebenen und zum Großteil von Laienschauspielern überzeugend dargestellten Figuren. Das hat ja schon beim spirituellen Vorgänger Kids von Larry Clark und Harmony Korine in den Neunzigern sehr gut funktioniert. Beim Gedanken an Kids wird mir aber auch wieder bewusst, wie erschreckend lange es doch gedauert hat, dass es endlich mal wieder einen authentischen Film des subjektiv betrachtet besten Jahrzehnts der Geschichte gibt.

Mid90s soll irgendwann im März diesen Jahres hierzulande in die Kinos kommen, kann aber bereits jetzt im US iTunes Store mit passendem Konto gekauft oder geliehen werden. Und ich bin mal eben auf dem Dachboden und gucke ob ich die alten Hookups und World Industries Shirts noch irgendwo finde.

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