Diese Woche habe ich endlich Zeit gefunden, die UK-Import DVD von Duncan Jones Liebeserklärung an den Science Fiction Film der 60er und 70er Jahre zu schauen: Moon. Dazu wurde eigentlich bereits alles gesagt und trotzdem: dieses Werk ist derart wichtig, dass auch ich etwas darüber schreiben möchte. Denn nicht im Traum hätte ich gedacht, dass heutzutage noch jemand solch einen Film in die Kinos bringen würde.

Sam Bell, Angestellter bei Lunar Industries sitzt eine Drei-Jahres-Schicht auf einer Mondbasis ab und kontrolliert dort den Abbau von Helium 3. Das ist der Wunderstoff, der nicht nur die Welt gerettet hat, sondern auch Lunar Industries zu einem sehr erfolgreichen Unternehmen machte. Einziger Begleiter von Sam ist der Roboter GERTY, der ihm nicht nur beim Tagesgeschäft unter die Arme greift, sondern auch programmiert ist, zu einem gewissen Grad Fürsorge zu zeigen. Sam leidet allerdings zunehmend am fehlenden sozialen Kontakt zu anderen Menschen und wird immer häufiger von sporadisch auftretenden Halluzinationen geplagt. Auch die Tatsache, dass die direkte Kommunikation zur Erde und somit zu Sams Frau und Tochter seit seiner Ankunft kaputt ist, trägt nicht zur Verbesserung seiner Verfassung bei. Als es bei einem Außeneinsatz zu einen Unfall im Lunar-Rover kommt, gerät Sam Bells bisheriges Leben endgültig aus den Fugen.

Moon sieht nicht nur aus, wie ein 2001, ein Lautlos im Weltraum und stellenweise auch mal wie ein Alien, es erzeugt auch genau diese einmalige Atmosphäre, die wir sonst nur von besagten Titeln aus längst vergangenen Zeiten kennen. Und das, ohne dabei wie ein billiges Plagiat zu wirken. Im Gegenteil. Moon setzt geschickt auf die Ähnlichkeit zu diesen Filmen, um uns gelegentlich zu voreiligen Schlussfolgerungen zu bewegen. Schön auch, das Duncan Jones nicht versucht hat, einen Film zu machen, der dank einer alles verdrehenden 180° Wendung kurz vor dem Ende noch einmal alles auf den Kopf stellt. Nein, Moon offenbart im zügigen Tempo seine bittere Wahrheit und braucht, um das kurzweilig rüberzubringen, gar keinen dramatischen Twist. Das liegt nicht zuletzt an Sam Rockwells Performance in der Rolle Sam Bells. Ein Kammerstück, wenn man so will, denn bis auf GERTYs Stimme (Kevin Spacey) und dem traumhaften Soundtrack aus der Feder des Haus- und Hofmusikers von Darren Aronofskys Clint Mansell liegt es ganz allein an Rockwell den Film zu tragen. Und das gelingt ihm unglaublich gut.

Am Ende kann es schon sein, dass die ein oder anderen Erwartungen, die der Film durch seine Ähnlichkeit zu Genre-revolutionierenden Meisterwerken aufbaut, nicht erfüllt werden, aber eigentlich ist es dann genau diese Gradlinigkeit, der solide Lauf des Films, was ihn so aus- und wertvoll macht. Wer Glück hat, kann Moon noch in einem Programmkino im Originalton sehen. Und bis irgendwann einmal eine DVD oder Blu-Ray in Deutschland erscheint, kann die erschwingliche UK-DVD und Blu-Ray importiert werden. Für Freunde gepflegter Science Fiction ein Muss.