Hier gibt es keine Kaufempfehlung. Ja, denn die darf ich ja jetzt wo das Spiel indiziert ist, gar nicht mehr aussprechen. Werde ich auch nicht tun und da kommt mir Manus 300 Worte Aufruf gerade gelegen, denn was soll man groß über ein Spiel sagen, das einem gut gefällt, welches man aber nicht bewerben darf?

Ich nutze deswegen diese Worte um einen ganz anderen Aspekt des Spiels zu beleuchten. Denn kaum ein anderer Titel zeigt so deutlich, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist. Obwohl das Spiel wegen seiner Brutalität gar nicht offiziell in Deutschland erschienen ist, wird es indiziert. Zum Schutz der Jugend mit Kreditkarte für Bestellungen aus dem Ausland. Dem ist so, weil Erziehungsberechtigte das leider oftmals immer noch nicht selber hinbekommen oder es gar nicht hinbekommen wollen. Und das meine ich ernst.

Trotzdem mag bei den Entscheidern über das, was für uns gut ist und was nicht, niemand bei der fernab von jeglichem Realismus dargestellten Gewalt eine Parallele zu “Machete” oder den “Happy Tree Friends” ziehen. Videospiele bleiben das böse Medium. Andererseits dürfen deutschsprachige Spieler immerhin “Fick” (nicht aber “Fettarsche”) im Textchat schreiben. Das bleibt englischsprachigen Spielern, die respektive “Fuck” schreiben müssen, verwehrt. Genau wie “Buttplug”, “Jizzmuffin” und “Polish the bishop” (mein Favorit). Denn Mortal Kombat hat einen Filter für “Schimpfwörter” im Textchat.

Anderswo auf der Welt ist es eben okay, eine Spielfigur zu zerteilen, nicht aber über seine persönlichen Vorlieben, zum Beispiel einen “Buttplug“, zu schreiben. Auch nicht besser. Nehmen wir es also so, wie es ist. Und wer sich fragt, ob sich “Mortal Kombat” denn lohnt, der fragt sich, ob er “Mortal Kombat II” damals mochte. Dafür darf ich auch keine Kaufempfehlung aussprechen, der neuste Teil erinnert aber schön an diese Zeit. Ich bin übrigens gespannt, ob durch den “Mortal Kombat” Sprachfilter im Chat, jetzt “Fick!” das neue Schwarz in Sachen internationaler Schimpfwörter wird. Bestimmt. Fettarsche!