Nur zwei Jahre nach seinem Film-Debüt und Überraschungshit Moon saß der Sprössling von David Bowie, Duncan Jones erneut auf dem Regiestuhl und liefert mit Source Code eine eigenwillige Murmeltier-Interpretation ab. Zwar ohne Sonny & Chers I Got You Babe, dafür aber zumindest mit einem sonnigen Wettergruß aus dem Radio.

Der US-Militär Pilot Colter Stevens, gespielt von Jake Gyllenhaal kommt in einem vollbesetzten Zug auf dem Weg nach Chicago zu sich und muss wenige Minuten später erkennen, dass er sich im Körper eines anderen Mannes befindet. Noch bevor er sich mit der Situation abfinden kann, explodiert der Zug und Stevens erwacht in einer Art Cockpit. Nach einer kurzen, verwirrenden Video-Konferenz mit der Einsatzleitung (Vera Farmiga) befindet sich Stevens erneut in besagtem Zug. Um acht Minuten später wieder in der selben Explosion zu sterben und daraufhin wieder in dem Cockpit zu sich zu kommen und so weiter und so fort.

Wie schon bei Moon muss auch der Protagonist in Source Code seiner wahren Identität erst einmal auf die Spur kommen und wie schon bei Moon habe ich auch bei Source Code das Gefühl, dass Duncan Jones zu den Regisseuren gehört, die es noch öfter schaffen werden, die gute alte Filmmagie zurück ins Kino zu bringen. Erinnerte Moon herrlich an moderne Klassiker der Science Fiction gibt es bei Source Code mal hier eine kleine Prise Twelve Monkeys und mal dort etwas mehr vom Murmeltier-Tag. Klingt nach einer wirren Mischung, wirkt im Ganzen aber ungemein stimmig.

Jones will kein Shyamalan sein und unterstreicht das ein weiteres Mal, indem er weit vor dem Finale alle Karten offen legt. Dass ihm dann am Ende dennoch eine kleine Überraschung gelingt, erkauft er sich mit dem Bangen der einen Hälfte der Zuschauer, die kurzzeitig das Gefühl haben könnten, der Film gerät aus den Fugen. Aber gerade dann, wenn man denkt, das Ende hätte ja nun nicht mehr sein müssen, demontiert eine kleine E-Mail diese Sorgen. Das logische Fundament des Films leider gleich mit. Hier kommt nun die andere Hälfte der Zuschauer ins Spiel, denen Logik im Detail noch etwas bedeutet.

Man kann es eben nicht allen recht machen. Mir in diesem Fall aber schon, denn mit Logik habe ich längst abgeschlossen. Darum fühlte ich mich auch durchgehend super unterhalten und freue mich nun umso mehr auf das nächste Projekt des talentierten Mr. Jones.