Ich treffe mich in meiner alten Heimatstadt Hildesheim mit einer Handvoll guten Freunden. Es geht um den Kurzfilm The Goods, den einer von ihnen, Lars Jandel, innerhalb von 6 Monaten in Form eines Einmann-Projekts aus dem Boden gestampft hat.

Wir treffen uns bei einem befreundeten Künstler. Ein Maler. Zwischen Pizzakartons, Stafetten und sorgfältig zugedeckten Bildern wird die Privatvorführung vorbereitet. Presse-Screenings über Mubi sehen anders aus. Weniger spannend. Würden wir rauchen und Rauchschwaden unter die Decke blasen, könnte ich nicht anders, als meine Revolutionspläne auf den Tisch zu knallen.

Aber heute geht es nicht um Revolution. Es geht um Sehnsucht und Vorstellungskraft. Verpackt in drei Minuten Film. Dargestellt von in mühsamer Kleinarbeit hergestellten Figuren aus Holz, Metall und Stoff, klassisch animiert, vor einem Green Screen gefilmt und im Stop-Motion Verfahren gefilmt. Für Kamerafahrten diente ein umgebauter Zeichentisch.

Auch, wenn Planung, Postproduktion, Hinter- und Untergründe am Computer entstanden, dominiert im Film handwerkliche Mechanik. Filigrane Extremitäten, Gelenke und Kleidungstücke zeugen von einer beachtlichen Liebe zum Detail.

Einen Kurzfilm von drei Minuten zu spoilern ist einfach und wäre fatal. Deswegen werde ich an dieser Stelle auch nichts verraten. Außer vielleicht den Ausdruck auf unseren Gesichtern, drei Minuten später: Baff. Mit nicht nur einem Funken Stolz auf den Lars.

“The Goods” lief bereits auf Festivals in Atlanta, Buenos Aires, Texas, Milan und Dresden. Zu sehen gibt es ihn demnächst noch auf dem 6th Costa Rica Film Festival und dem London International Animation Festival.

Wenn es den Film irgendwann ohne kostspielige Tickets zu sehen gibt, erfahrt ihr es natürlich sofort an dieser Stelle im Netz. Bilder zur Entstehung des Films gibt es auf Flickr, einen Trailer hier: The Goods Trailer