Das Found Footage Genre ist ja beinahe schon so überlaufen, wie das der Lebenden Toten. Da muss man sich schon ein bisschen was einfallen lassen, um nicht in der Masse an Neuerscheinungen unterzugehen. Und genau da kann End of Watch meiner Meinung nach hoch punkten.

Anstelle der üblichen Hexen, den bösen Geistern oder wütenden Untoten, zeigt der Film den Polizei-Alltag des stark von sich eingenommen Cop Brian und dessen Partner Mike und erinnert dabei, dank der wackelnden Handkameras, unweigerlich an schlechte Reality TV Shows. Was jetzt allerdings wie Harry und Toto in South Central klingt, ist tatsächlich großartig umgesetzt. Und das liegt, allem voran, an der knackigen Vertonung des Films.

Der hochwertige Soundtrack untermalt, aus Radios schallend, audiovisuell exzellent ausbalancierte Szenen und der elektronische Original Score sorgt in Schlüsselszenen für eine mulmig-spannende Atmosphäre. Bereits die Eingangsszene wirkt auf diese Weise untermalt, fast schon ein bisschen poetisch. Das steht im Kontrast zur üblichen, eher kargen Sound-Kulisse dieser Gattung Film und wirkt deshalb tatsächlich frisch. Auch die nicht immer nur streng auf Handkameras limitierten Aufnahmen, die auch mal Schwenks über die Stadt oder eine ruhige Totale sein dürfen, sorgen für angenehme Abwechslung.

Zu guter Letzt wäre da noch Jake Gyllenhaal, der mich mit seiner für ihn doch eher untypischen Darstellung des Brian zu überraschen wusste und mich dabei nicht selten an Sean Penn in Colors erinnerte. Und das ist gut.

End of Watch ist für mich also eine kleine Überraschung und der Soundtrack sowieso ein Pflichtkauf.