8:00 Uhr. Ich werde in einem Boot an Land gebracht. Ich bin ein Samurai und schaue verbissen drein. Das muss wohl so sein. Ich habe eine gewisse Ahnung, was auf mich zukommt, denn ich nenne mich selbst einen Fan der Way of the Samurai Videospiel-Reihe. Pustekuchen. Ich weiß noch gar nichts, John Snow.

8:05 Uhr. Ich habe jemanden mit meinem Schwert erschlagen. Eine Dame applaudiert. Die Menge schreit. Es bekämpfen sich zwei Fronten. Oder drei? Die einen sind dafür, dass sich Japan öffnet, die anderen dagegen. Außerdem gibt es einen trotteligen Shinsengumi Führer, dem ich mich aus Mitleid anschließe. Ich erschlage noch weitere Gegner.

8:10 Uhr. Vor mir steht Melinda Megamelons. Die ist nicht etwa Pornostar, sondern eine Walküre und europäische Gesandte. Aha. Sie hat, nun ja, megagroße .. also, äh. Sagen wir mal so: Sie ist der Fels in der Brandung der Sexismus-Debatte und ich starre auf ihren Torso.

9:00 Uhr. Ich irre durch die Stadt und quatsche aus Versehen eine junge Dame an. Ich überrede sie, sich mit mir um Mitternacht für ein Techtelmechtel zu treffen. Ich bin überrascht.

10:00 Uhr. Ich kaufe so viele Accessoires, um mich aufzuhübschen und soviel Köstlichkeiten, um mich vollzufressen, dass ich bald kaum noch Geld habe. Beim örtlichen Gerber reicht es bloß noch für ein Kimono-Oberteil. Ich laufe fortan ohne Hose herum.

11:00 Uhr. Es ist deutlich schwieriger mit Frauen zu flirten, wenn man keine Hose an hat.

12:00 Uhr. Ich irre durch das britische Viertel und verlaufe mich in der Gegend der Obdachlosen. Dort bietet mir jemand einen ersten Auftrag an. Er wird nachts von Kindern beim Schlafen gestört, die ihn ärgern. Ich bin empört.

18:00 Uhr. Ich verprügele ein Kind, welches ich für eins der Delinquenten halte. Das Spiel findet das nicht lustig und meine Mission ist gescheitert. Menschen um mich herum sind empört. Ich laufe weg.

20:00 Uhr. Ich erschlage auf offener Straße einen Mann mit einer langen Lanze. Er war sehr stolz auf seine lange Lanze. Ich habe jetzt seine lange Lanze!

22:00 Uhr. Ich finde eine abgelegene Stadtwohnung. Das Spiel lädt mich ein, dort einzubrechen. Ich soll mich an mein Opfer anschleichen und … ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was. Ich bin Sam Fisher … Ich bin ein Elefant im Porzellanladen. Menschen wachen auf, schreien mich an. Ich werde festgenommen.

0:00 Uhr. Eigentlich sollte ich jetzt irgendwo eine junge Frau glücklich, beziehungsweise unglücklich machen. Stattdessen sitze ich im Gefängnis und werde der Folter-Dame vorgeführt. Die hängt mich gefesselt und breitbeinig über einen heißen Metallkeil. In einem Minispiel, muss ich mich zusammenreißen und meine Cojones vor dem Verglühen retten.

Viele Stunden später. Ich werde aus dem Gefängnis entlassen. Auf der Straße treffe ich auf einen hochgewachsenen Samurai. Miyamoto Musashi! Er erschlägt mich. Ich bin tot.

Eine Minute später. Ich lasse die das Erlebte Revue passieren.

What. The. Fuck!?

Way of the Samurai 4 von Acquire ist für Playstation 3 erhältlich und noch mal drei Stufen kurioser als seine Vorgänger.