Glaubt mir, ich will diesen Film mögen. Ich will, ich will, ich will. Aber ich kann nicht. Je öfter ich versuche, mir das Gesehene wieder ins Gedächtnis zu rufen, desto weniger mag ich das, was ich dort sehe: Afflecks leeres Gesicht.

Das macht er verteufelt gut, eine Leere auszustrahlen. Kann sein, dass das sein Bestreben war, aber wenn viele der anderen Akteure ebenfalls auf Sparflamme fahren, hinterlässt das bei mir einen faden Nachgeschmack.

Himmel, ein Auto hat mehr Mimik als Ben Affleck in Argo. Und ich meine nicht Lightning McQueen. Dabei hat er in seinem Film einen so großartigen Bart. Ich bin Bartfan, ja. Ich bin ja eigentlich nur auf den Film gekommen, weil ich im iTunes Store dachte, es gäbe einen neuen Chuck Norris Film. Wegen seinem Bart.

Schade, schade, denn die Ausstattung in Argo ist schlicht großartig. Aber eben genauso wirken viele seiner Figuren auf mich: Wie seelenlose Accessoires. Die große Ausnahme: Alan Arkin. Der darf an der Seite von John Goodman zeigen was er kann. Auch seitens des Skripts. Mit Sätzen wie “If it’s got horses in it, it’s a Western!” stellt er auf heute witzige Art da, was Ende der 70er im Hollywood Filmgeschäft wahrscheinlich tragische Realität war.

Für den Oscar reicht ja schon die Ausstattung. Da bin ich mir sicher. Gäbe es dort eine Kategorie für den besten Bart, hätte Ben Affleck den ebenfalls in der Tasche.