Ich glaube, ich habe vorhin den ersten Marvel Film gesehen, der mir wirklich gefallen hat. Ich bin nicht die Zielgruppe für Marvel-Filme, von daher zählt das nicht. Ich habe mit Fünfzehn aufgehört die Comics zu lesen. Der gestrige Kinobesuch galt daher eher als Event für meinem Stiefsohn und mich, welches ich mir 40 Euro für zwei Karten, zwei Coke und eine Kindertüte Popcorn hab kosten lassen (Die CinemaxX Verarschungs-Nomenklatur: Kinder, Klein, Groß, Maxi. Damit es auch schön teuer wird, wenn man “Ich hätte gerne eine kleine Coke und ein kleines Popcorn” sagt). Nach den allgemeinen Gesetzen der Natur hätte mir dieser Film also gar nicht gefallen dürfen.

Tat er aber. Mitunter wegen der fünf Minuten im Film, die im Gegensatz zu allen anderen Marvel Filmen, inklusive der beiden eisernen Vorgänger, einmal nicht komplett vorhersehbar waren. Ich meine, wer ahnt schon, dass er ausgerechnet in Iron Man überrascht wird? Und dann auch noch mit einer Aktion, die sich ähnlich nur der Nolan bei der Fledermaus getraut hat.

Ben Kingsley spielt, nachdem er bei mir durch seinen Boll-Ausflug (ich schiebe das auf Alters-Kurzsichtigkeit) knietief in Ungnade fiel, die Rolle seines Lebens. Da muss selbst Gandhi anerkennend applaudieren.

Ich wünschte mir jetzt nur noch, dass die obligatorische, halbstündige CGI-Schlacht am Ende dieser Filme einer spannenderen und mutigeren Alternative weicht. Ich kann bei diesen herzlosen Tech-Demos ja nur deshalb noch wach bleiben, weil ich die ganze Zeit versuche zu erraten, welcher spontane Trick denn jetzt gleich aus dem Ärmel gezogen wird, damit der große Gegenspieler beim dritten Aufeinandertreffen endlich liegen bleibt. Und warum das immer erst beim dritten Mal der Fall ist.

Was das angeht, ist ein Iron Man Film aber sicher nicht der Kandidat, bei dem ich dahingehend die große Revolution erwarte. Und eben weil ich das nicht tue, hatte ich gestern einen sehr tollen (und sauteuren) Kinoabend. Ach ja: 3D. War da was?