Wenn ich mir überlege, dass ich es letztes Jahr nicht geschafft habe, mich ausgiebig mit The Unfinished Swan für die Playstation 3 beschäftigt zu haben, tut mir das schon ein bisschen weh. Das würde ich jetzt gerne wieder gut machen. Indem ich diesen kleinen Text zu diesem außergewöhnlichen Spiel schreibe, das mich in den letzten beiden Tagen so sehr fasziniert hat.

Das schöne an den neueren Art Games ist ja, dass sie es endlich schaffen, neben des künstlerischen Tons noch Spiel zu sein. Ich gestehe, ich bin sehr anfällig für diese Art der Unterhaltung, denn sie weiß einfach am besten, wie ich zu bezaubern bin.

Und The Unfinished Swan ist etwas besonderes. Das liegt nicht bloß daran, dass hier interaktive die märchenhafte Geschichte des kleinen Waisenjungens Monroe erzählt wird. Es ist viel mehr die intelligente Spielmechanik, die mich zwingt, ein Videospiel oder besser gesagt, einen First Person Shooter, einmal völlig anders wahrzunehmen.

Ganz tief unten an der Basis ist The Unfinished Swan noch genau das: ein Shooter. Irgendwie. Nur schieße ich nicht mit tödlichen Geschossen, sondern mit Farb-, beziehungsweise Wassertropfen. Damit aktiviere ich Mechanismen, bringe Grünzeug zum Wachsen oder färbe Wände und Gegenstände ein. Denn was in der Welt des Spiels fehlt, ist Farbe. Nicht nur der titelgebende Schwan ist unfertig. Teilweise gibt es nur die Welt in Weiß, auf weißem Grund. Ohne die Farbtropfen würde ich keinen Schritt voran kommen.

Über Kinderbuch-Seiten an den Wänden, erfahre ich die Geschichte des Königs dieser seltsamen Welt, während ich dem unfertigen Schwan durch sein Königreich folge. Herrlich strange. Ein bisschen, wie der King of all Comos aus den Katamari Damacy Spielen.

Und dann hat auch noch irgendjemand überall in der Welt Ballons versteckt. Ich liebe es, Dinge aufzuspüren und zu sammeln. Die Ballons waren schon nach kurzer Spielzeit mein Hauptaugenmerk und neben den versteckten Kinderbuch-Seiten ein weiterer Grund, abgeschlossene Kapitel noch einmal zu besuchen.

Was mich an The Unfinished Swan am meisten fasziniert ist die Welt an sich. Mit ihren weißen, riesigen Bauten und den vielen kleinen, aber tollen Details, verschlug mir so manche Aussicht schlicht den Atem. Da kann ich ohne weiteres darüber hinwegsehen, dass die Mechanik des Spiels, stetig Farbkugeln an Wände zu schießen, eigentlich ein wenig anstrengend ist und für Zuschauer gar nervtötend sein kann.

The Unfinished Swan hat sich bei mir einen Platz in der überschaubaren Liste der Lieblingsspiele erarbeitet und ich freue mich auf das, was Giant Sparrow als nächstes aus dem Hut zaubert. Das da wieder kein Allerweltstitel draus wird, ist klar und dieser aktuelle (https://twitter.com/giantsparrow/status/322851565528559616) Tweet des Entwicklers) macht schon einmal Lust auf mehr:

(heard after playtest today) Player: “Hmm. That is very strange.”