Schnappatmung beim Zombie-Fan, wie auch ich einer bin: Die Zombie-Romanze. Sofort denken ich an den schlurfenden Trend der Zombie-Erotik, irgendwo im Schatten von Twilight und Shades of Gray, der hoffentlich bald seinen erlösenden Kopfschuss abkriegt. Ich denke auch an einen meiner ersten Filme auf VHS, Betamax oder was-weiß-ich. Irgendwas mit Creeps und einem jungen Mann, der zum Zombie wird und partout nicht von der Seite seiner noch lebenden Freundin weicht. So ein bisschen ähnlich ist Warm Bodies da auch.

Ich mag Erzähler aus dem Off. Interessanterweise auch dann, wenn der Zombie, wie hier der Fall, seine Geschichte selbst erzählt. Und obwohl ja gerade die Unwissenheit über den Antrieb der faulenden Untoten das A und O des Genre ist, hat mir Warm Bodies, ein Film, der mich in den Kopf eines Zombies blicken läßt (und zwar nicht bloß nach einem gut gezielten Schuss), durchaus Spaß gemacht. Wohl aber auch, weil ich einfach mal hoffe, dass dieser untote Ausflug in die Romanze vorerst ein Einzelfall bleibt.

Denn je näher der Film seinem Ende kommt, desto weiter wird der Bogen des Erträglichen überspannt. Das ist ein bisschen gemein, denn die Freunde dieser Kultur sind hier doch sicher immer noch als Zielgruppe angedacht gewesen. Hoffe ich zumindest. Da hätte eine Portion schwarzen Humors mehr, der zu Beginn noch stetig gesät wird und nach gut 20 Minuten komplett auf der Strecke bleibt, sicher gut getan. Um es mal ganz salopp auszudrücken: mir fehlt beim Skript dieses Films ein prächtiges Paar Cochones.

Das der Zombie-Lover dann auch noch exakt dem Schönheitsideal der Twilight Filme entspricht, hilft da auch nicht unbedingt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt und so. Gespielt hat er seine Rolle aber wirklich famos. Und wenn weiterhin alle drei bis vier Jahre mal eine nette Zombie-Comedy rauskommt, dann ist das für mich, als Vertreter klassisch moderiger Zombie-Kultur, auch okay. Nur bitte nicht übertreiben. Mit Zombies spielt man ja schließlich nicht!