Der einzige Film, vor dessen Sichtung ich bis gestern mehr Angst hatte, als vor Upside Down (Mich interessiert keine Meta-Kritik, aber 28 Prozent machen einen komischen Geschmack im Mund) war Gangster Squad. Weil ich einiges von dem Film erwartete. Das lag natürlich am Trailer, dessen audiovisueller Eindruck in meinen Kopf einzog, die Füße auf den Tisch knallte und seinen Arsch fortan nicht mehr vom Sofa herunterbekam. Kurz: Ich liebe den Gangster Squad Trailer.

Jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, noch ein Stückchen mehr. Denn dank Jay-Zs kuriosem musikalischen Gastauftritt, der im Vorgucker Charts-tauglichen Rap mit einem Nachkriegsszenario so ungewöhnlich verbunden hat, war mir sofort klar, was ich zu erwarten hatte: Walter Hill statt Curtis Hanson. Last Man Standing statt L.A. Confidential. Und damit kann ich leben.

Regisseur Ruben Fleischer hat für mich etwas erschaffen, was sich jede Minute so anfühlt, als hätte Sam Houser von Rockstar Games einen Film gemacht. Optisch und musikalisch erinnert der Film an L.A. Noir, Dialoge und Strukturen erinnern an Grand Theft Auto. Gangster Squad ist bis zum finalen Bosskampf ein Videospiel als Film.

Und das finde ich irgendwie toll. Ich hätte natürlich auch nichts gegen ein Werk gehabt, dass mit Tiefe in Sachen Geschichte und Charakteren punktet, aber wie eingangs bereits gesagt: das hatte schon der Trailer nie wirklich versprochen. So bin ich am Ende nur ein ganz bisschen traurig, dass es der Jay-Z nicht doch auch in den Soundtrack zum Film geschafft hat. Das hätte durchaus zu einigen Szenen gepasst und wäre etwas Besonderes gewesen. So ist es Action-Kino, ohne Wenn und Aber. Schlecht ist das aber nicht.