Die beste Voraussetzung für einen Film ist doch, dass man gar nichts von dem weiß was kommt. Nur Minimal-Informationen müssen durchsickern, so dass man überhaupt Lust hat, ihn zu sehen. In diesem Fall war das so bei mir und Trance. Danny Boyle, Vincent Cassel und der Typ aus diesem X-Men Film reichten mir, um den sehen zu wollen.

Filme, die mit einem inneren Monolog beginnen, machen grundsätzlich schon einmal alles richtig. Gangsterfilme, die mit einem inneren Monolog beginnen, sind meistens großartig. Und so wirken die ersten Minuten von Trance wie ein Ausflug ins Gangster-Kino des jungen Guy Ritchie. Das gefiel mir natürlich ganz ausgesprochen gut und ich war in meinem Element, als Boyle die Katze aus dem Sack ließ und bei Trance der Mind-Fuck begann.

Ein Wort: Hypnose. Mit Hypnose kann man sich das Rauchen abgewöhnen, sich zum Affen machen, oder wie im Falle von Trance seinen Autoschlüssel wiederfinden. Hypnose ist aber auch ein bisschen wie Zeitreise. Logik muss leider draußen bleiben. Da habe ich einen Vorteil: Logik in Filmen ist mir bis weilen total egal. Dann, wenn der Rest des Films stimmt. Auch gut: ich habe ja dieses Jahr schon Shane Carruths Primer und Upstream Color gesehen. Dagegen wirken die Wirren in Trance wie ein Puzzle mit nur einer Handvoll großer Teile.

Das macht diesen Film aber nicht weniger großartig. Er ist schon ein kleines Wunder, dieser Danny Boyle, wie er sich immer wieder verschiedenen Genres zuwendet und diese dann mit Bravour meistert. Und genau wie bei seinen anderen Filmen erfindet Boyle auch mit Trance das Rad nicht neu, sondern perfektioniert es hier und da durch sein solides Handwerk. Der Plot entwickelt sich dabei stetig von What the Fuck bis zum Aha-Moment im Finale. Immer ein kleines bisschen mehr in Richtung der Auflösung. Zum Glück, ohne das ganze am Ende all zu sehr zu übertreiben.

So ist für Trance für mich eine weitere Überraschung in diesem tollen Kino-Jahr. Importeure greifen am 5. August zur UK Blu-ray oder werden jetzt schon im US-iTunes fündig. Demnächst startet Trance dann auch im deutschen Kino. Lieber spät als gar nicht.