Metakritik ist Mist. Wenn da draußen doch noch irgendjemand einen Grund zur Untermauerung dieser These benötigt, verweise ich auf den Film Upside Down. Ganze 28 Prozent Durchschnitts-Bewertungen erhielt dieser Film bei Rotten Tomato. Ein Wert, der ins iTunes Angebot auf dem Apple TV integriert ist. Damit steht er dort auf einer Stufe mit der Ausgeburt filmischen Abfalls namens Ghost Rider 2.

Das Schlimme: Upside Down ist ein wunderbarer Film. Ein Film, der sich vieles traut. Zum Beispiel eine fiktive Welt zu erschaffen, in der zwei Planeten mit jeweils eigener Anziehungskraft und verbunden über einen Bürokomplex, direkt untereinander, beziehungsweise übereinander existieren. Inklusive eigener Naturgesetze. Ausgerechnet darüber scheinen sich einige Physik-Experten tierisch aufzuregen. In einem Science Fiction Film. Mehr noch: In einem Märchen. Ja, Upside Down ist ein Märchen und macht an keiner Stelle des Films einen Hehl daraus.

Atmosphärisch erinnert die totalitäre Doppel-Welt an China Miévilles Roman The City And The City. Artistisch wirkt der Film dabei wie eine Mischung aus Jeunet & Caro, einer Prise Kafkaesque und dem Kleinen Prinz. Ich kann nur hoffen, dass sich bei letzterem nicht auch schon jemand aufgeregt hat, dass der kopfüber, unten an seinem Planeten klebt.

Die Bilder, die für diesen Film erschaffen wurden, sind schierer Wahnsinn. Wenn Upside Down Ende August in den deutschen Kinos startet, solltet ihr ihn euch deshalb auch genau dort anschauen. Ich weiß, es ist eine Phrase, aber wenn es einen Film gibt, dessen Bilder auf einer riesigen, digitalen Leinwand geschaut werden sollten, dann ist es dieser hier.

Wenn ich über den Film meckern müsste, dann beträfe es am ehesten noch das sehr zügig abgehandelte Finale. Ich würde mich hier aber nicht wundern, wenn das wieder mal auf ein Regisseur/Filmverleih Hickhack zurückzuführen ist. Wenn ich überlege, wann ich das erste Mal einen Trailer zu Upside Down gesehen habe, hat das finale Produkt wahrscheinlich schon wieder einen ordentlichen Umschneide-Marathon hinter sich.

Wenn ihr noch träumen könnt, dann ignoriert bitte die grausige Metakritik im Netz und lasst euch diesen Film von mir ans Herz legen. Da ist er genau richtig.