Die erste Hälfte von District 9 fand ich beeindruckend. Eine dichte Atmosphäre und ein bedrückendes Apartheid-Szenario mit Außerirdischen. Blöd: Alles, was Blomkamp an Atmosphäre und düsterer Stimmung aufgebaut hat, reißen er und sein Film in der zweiten Hälfte mit dem Arsch wieder ein.

Szenenwechsel. 2013. Lest einfach den oberen Absatz noch einmal und tauscht District 9 gegen Elysium. Faszinierend. Vielleicht ist das ja Absicht und Blomkamps Markenzeichen bleiben auch in Zukunft toll gestaltete, angsteinflößende Welten, während sich zum Ende hin alle Beteiligten generisch und auf Autopilot an die Kehle springen.

Bei Elysium kommt noch eine fast kindliche Naivität hinzu. Kino-Hipster nennen das Logikfehler. Dinge, die mir im Grunde scheiß egal sind, aber die mir natürlich trotzdem auffallen. Auch in Elysium, der sich seine Welt macht, wiedewiedewie sie ihm gefällt. Ich empfinde diese Sorglosigkeit eigentlich als etwas positives. Wenn dann aber auch der Rest so la-la dahin ebbt, steht ein Film schnell mal auf dem Abstiegsplatz in die Liga der SyFy und Asylum Filme.

Ganz so schlimm ist es dann natürlich nicht. Dafür sorgt jetzt allerdings auch nicht Matt Damon sondern der gelegentliche tolle Ausblick auf das orbitale Elysium und Sharlto Copley als irrer Agent Kruger. Ich würde mich übrigens auch wirklich wundern, wenn das Skript zum Film, abzüglich der Dialoge, länger als eine Din A4 Seite lang ist. Und da steht dann auch wirklich gar nichts neues drauf. Elysium wandelt da ehrgeizig auf durch und durch bekannten Pfaden.

Den Film mit einem Satz beschreiben? Kein Problem: Science Fiction Action von Roland Emmerich mit Bruce Willis in der Hauptrolle. Mit dieser Inhaltsangabe wird nach der Sichtung garantiert niemand enttäuscht sein. Außer natürlich die Bruce Willis Fans.