Im Wettrüsten der Filmindustrie ist JJ Abrams derzeit die Superwaffe. Oder die chemische Keule. Je nachdem, wen man gerade fragt. Ein bisschen absurd ist es ja schon, dass jetzt ein und die selbe Person für die Weiterführung des Star Trek- und des Star Wars Universums verantwortlich ist. Fehlt ja eigentlich bloß noch Indiana Jones in seiner Filmographie.

Einfach ist es natürlich nicht, ein Film-Erbe wie das der alten Star Trek-Filme anzutreten. Da wäre dann Zurückhaltung sicher ganz angebracht … Ha, ha, ha! Ja, sorry. Mein Fehler. Hollywood und Zurückhaltung. Alles klar, wir rufen Sie zurück! Bei “Into Darkness” zelebriert man natürlich das ganze Gegenteil und greift lieber gleich nach nichts weniger als dem Heiligen Gral der Star Trek Filmgeschichte. Kein Wunder, wenn die Trekkies da zittern, wie 72 Jungfrauen auf einem orionischen Sklavenmarkt.

Immerhin ist der Gral mit Benedict Cumberbatch besetzt, den wir ja alle in der britischen Serie “Sherlock” lieben gelernt haben und der für mich von Anfang an der bessere Spock gewesen wäre. An dieser Stelle mal ein Hoch auf Peter Weller, der hier noch fleißig vorne mitspielt, während seine Paraderolle als Robocop mit irgendeinem dahergelaufenen Hipster neu besetzt und neu verfilmt wurde.

Jetzt gibt es Menschen, die wohl tatsächlich noch glauben, ein Star Trek-Film darf 2013 so sein wie 1985. Ich bin auch Optimist, aber das war nie zu erwarten. Diese Filme, genau wie die kommenden Star Wars Teile werden immer bloß Action-Reißer werden, bei denen die Protagonisten in regelmäßigen Intervallen und immer in letzter Sekunde dem Tod entrinnen. Während sich käsige Einzeiler bemühen dem Zuschauer ein Kichern zu entlocken und das Silicon Valley Doppelschichten fährt, damit im Hintergrund auch ja alles hübsch und mit ordentlich viel Lens Flare obendrauf explodiert.

Der iTunes Store erklärt die Situation ganz gut: Als ich “Into Darkness” im amerikanischen Store ausgeliehen habe, wurden in der “Käufer kauften auch”-Zeile fast ausschließlich weitere Star Trek-Filme aufgeführt. Aber mittendrin grinste mich John McClane auf dem Cover von “Stirb Langsam 2” an. Und genau da geht die Reise hin.