Dieser Film ist genau der Grund, warum meine erste Wahl bei der Frage nach dem favorisierten Video on Demand Dienst immer noch das nordamerikanische iTunes ist. In unregelmäßigen Abständen lassen die mich nämlich Filme kaufen, beziehungsweise als Stream leihen, die in den USA gerade erst im Kino anlaufen. Fairerweise zum Preis von nur einer Kinokarte oder weniger. Das sind die Filme, die ich sehen möchte. Das sind Filme, die die wenigsten von euch sehen wollen.

Filme, wie Hesher oder Red State, die auf dem Zahnfleisch kriechend und mit drei Häufchen Zucker obendrauf finanziert wurden, und die online schon einmal etwas Kohle einspielen sollen, bevor sie überhaupt in die Nähe eines Kinos kommen. Filme, wie A Single Shot.

Was A Single Shot hat, ist eine beklemmende Atmosphäre, eine Handvoll degenerierter Persönlichkeiten, einen Lucius Malfoy, einen Koffer voll mit Dirty Money und mittendrin Sam Rockwell, als kauziger White Trash. Genug der Anglizismen. Was der Film nicht hat, ist ein Grund, warum man ihn angucken sollte, ohne wieder Sam Rockwell zu sagen.

Ich gebe euch einen: Sam Rockwell. Ja, egal. Aber der macht seine Sache hier wieder so unglaublich gut, dass ich nur nägelkauend auf dem Sofa kauern konnte, während mein Unterbewusstsein damit beschäftigt war, mir auszureden, dass es solche Orte, wie die in A Single Shot, wirklich gibt. Rockwell trägt den Film eigentlich komplett alleine. Das macht ihn zwar anstrengend, aber durchaus auch interessant. Perfekt, wenn man der Typ masochistischer Film-Ästhet ist (hier, moi!).

Ob A Single Shot hierzulande überhaupt je ein Kino von innen sehen wird, wage ich stark zu bezweifeln. Eine Blu-ray oder VoD halte ich aber für sehr wahrscheinlich. Fragt sich bloß wann.