Zwei Dinge sind in der Weihnachtszeit so sicher wie das Amen in der Kirche (ich denke, das ist doch da noch sicher, oder? Nicht, dass ich es wüsste): das gruselige Last Christmas von Wham! im Radio und Jahresbestenlisten von Blogs im Internet. Welches von beidem schlimmer ist, kann ich manchmal gar nicht so genau sagen. Und das, obwohl nur bei einem George Michael dabei ist.

Hier, an dieser Stelle im Netz, wird nicht gewertet. Sterne finden sich nur in den Sternstunden meiner Stilblüten und Prozente nur in meinem Blut, wenn ich Sonntag morgens schreibe. Wie jetzt. Darüber hinaus gibt es in meiner Bestenliste keinen ersten Platz. Das wäre dann nämlich immer das Spiel, das ich gerade unheimlich gerne spiele. Also eins, das erst zum Jahresende eingelegt wurde. Unfair. Eine weitere Ungereimtheit dieser Bestenliste: Es gibt sieben Spiele und obwohl ich keine Plätze vergebe, teilen sich zwei Spiele einen imaginären Platz. Hä? Ja. Am besten gar nicht drüber nachdenken und einfach mal lesen, was mir dieses Jahr so furchtbar viel Spaß beim Spielen bereitet hat.

Little Inferno

Auf dem iPad. Na toll, denkt ihr. Ich habe mir aber einen Ast gefreut, als ich dieses Spiel endlich auch ohne PC und ohne dieses ominöse DingU von Nintendo spielen konnte. Und weil Little Inferno zwei Dinge vereint, die ich ganz, ganz doll schätze, nämlich Emotionen und Kokeln, ist dieses Spiel vielleicht auch mein Spiel des Jahres.

Tomb Raider

Jep. Tomb Raider. Klar, die Dialoge waren hohl und die Charaktere noch hohler, aber hey. Ich liebe das Insel Setting, die perfekt eingepflegten Relikte japanischer Kultur und das Kampfsystem, vor allem der Bogen, war großartig. Und dann noch dieser Wind, Himmel, der Wind! Mit offenem Mund habe ich dieses Spiel in jeder Sekunde genossen. Und? Square ‘Unser Vorstand ist noch bescheuerter als der von EA’ Enix setzen beim DLC auf den Multiplayer, der überraschenderweise nicht ansatzweise an das Hauptspiel heranreicht. Bravo, Applaus, Dumm. Trotzdem ist Tomb Raider vielleicht mein Spiel des Jahres.

Call of Juarez: Gunslinger

Um Gottes Willen, dieser olle Arcade-Ableger der Juarez-Reihe, die sich mit dem ‘Cartel’ Teil in beide Knie und den Kopf geschossen hat? Ja, genau der. Es gibt verdammt noch einmal viel zu wenig gute Western-Spiele da draußen. Und Gunslinger macht ganz, ganz vieles ganz, ganz richtig und machte außerdem, dass ich immer und immer wieder mit rauchenden Colts in den Saloon gestürmt bin, um diesen großartigen Videospiel-Moment immer und immer wieder zu erleben. Hach! Das könnte mein Spiel des Jahres sein.

Proteus

Das ist jetzt ein bisschen komisch, aber obwohl ich mir bei diesem Spiel so vieles dazu gewünscht hätte, liebe ich es. So sehr, dass es einen Platz zwischen meinen Allzeit-Favoriten Shadow of the Colossus und Journey bekommen hat. Spiele, die ich immer mal wieder anmache und ich mich ein, zwei Stunden in ihnen verliere. Der Moment, in dem am Horizont auf der zufällig generierten Insel die Sonne aufging und eine von mir lang ersehnte Trophäe endlich aufpoppte, ist wohl einer meiner schönsten Spielmomente gewesen. Toll. Allein deswegen könnte es mein Spiel des Jahres sein.

Splinter Cell: Blacklist

Warum es dieses Spiel gibt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Kaum einer mochte den letzten Teil. Ich habe ihn geliebt. Umso interessanter fand ich, dass Blacklist die Mechanik des ungeliebten Vorgängers übernimmt. Find ich gut. So gut, dass ich zwei Wochen nichts anderes gespielt habe. So gut, dass ich immer noch die Plastikarmbanduhr aus der Ultimatum-Edition trage, um mich öffentlich als Echelon-Mitglied zu outen und ab und an ein strenges, angedeutetes Nicken in der U-Bahn ernte. Wir sind unter euch! Once you go black, you never go back!

Der Oboro Muramasa & Battlefield 4 Effekt

Das ist jetzt gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Oboro Muramasa auf der Vita ist großartig, wunderschön und für mich perfekt. Aber das war es, bis auf den unglücklichen Fakt, dass es auf der Wii lief, dort auch schon. Und es war zu der Zeit auch schon mein Spiel des Jahres. Sollte das gleiche Spiel auf der Vita jetzt ebenfalls wieder Spiel des Jahres werden? Hmm. Wäre es für die Playstation 3 oder 4 herausgekommen und könnte man die grandiosen 2D-Grafiken endlich mal in HD und auf einem vernünftigen Fernseher bewundern, dann hätte dieses Spiel jetzt einen eigenen Platz bekommen. Zu allem Überfluss kommen die neuen Charaktere, inklusive neuer Story Line auch noch erst im nächsten Jahr. Trotzdem ist es vielleicht mein Spiel des Jahres.

Das gleiche gilt für Battlefield 4. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass war vorletztes Jahr schon mein Spiel des Jahres, als sie den Titel noch nicht in 4 geändert haben. Ja, die Aktion war dumm. Mindestens genauso dreist, wie die Premium-Option bereits zum Start des Spiels anzubieten und nicht erst nach einem Jahr, wie es bei Teil 3 der Fall war. Hinzukommt, dass beide Solo-Kampagnen in Teil 3 und 4 jetzt vor allem eins zu Folge haben: Niemand glaubt doch wirklich mehr, dass es EA schaffen könnte, ein Bad Company mit einer guten Kampagne rauszubringen. Aber so feinfühlig sind Business-Kasper nicht, die nur blanke Zahlen im Kopf haben. Die lachen uns Spieler trotzdem aus, während sie sich mit ihrer Sondergratifikation Luft zufächeln, weil sie vor Lachen außer Atem sind. Langfristig schadet das dem Franchise aber doch, denn irgendwann wird das Fass mit solchen Dingen zum Überlaufen gebracht und dann kann der Multiplayer noch so gut sein. Und das ist er, verdammt nochmal. Mit knapp vierzig Stunden Spielzeit ist es eben wieder das Spiel, das ich am meisten dieses Jahr gespielt habe. Und auf der Playstation 4 sieht alles so verdammt viel besser aus, läuft mit 60 Bildern in der Sekunde und ist mit 64 Spielern dermaßen crowded, dass ich noch öfter das Fog of War Syndrom habe. Yeah! Vielleicht ist Battlefield ja doch wieder mein Spiel des Jahres.

Dieser Beitrag ist Teil der (http://redmaker.net/2013/11/09/the-other-best-games-2013/) (Other) Best Games Aktion) von (https://twitter.com/Redmaker) @Redmaker). Dazu müsst ihr lediglich die Abschnitte Splinter Cell und Battlefield ignorieren ^^