Katana ZERO

Devolver, der Publisher der Herzen schlägt wieder zu und versöhnt mich nach der Strafe Pleite (miese Bildrate auf der PS4 Pro? Menno!) mit dem wohl schönsten Indiespiel des Jahres, das meinen Screenshot-Ordner auf der Switch aktuell zum Überlaufen bringt. Und das Beste: Spielerisch steht das Spiel der Optik in nichts nach.

Angelehnt an den Mythos des Schwertmeisters, der sein Handeln erst im Kopf vorausplant bevor er Taten walten lässt, kämpfe ich mich im Trial and Error Verfahren durch zweidimensionale Areale, erlege schwertziehend Gegner, reflektiere Pistolenkugeln in Zeitlupe und werfe mit Gegenständen, wenn alles andere nicht mehr hilft. Mache ich einen Fehler, sterbe ich in der Regel sofort und das Spiel spult zum Anfang der Szene zurück. Mit jedem Versuch lerne ich die Situation besser kennen und früher oder später auch zu meistern. Erst bei erfolgreicher Beendigung einer Szene wiederholt das Spiel den letzten Versuch noch einmal in Schwarzweiß und im Stil einer Überwachungskamera.

Die Motivation, diese Wiederholung perfekt aussehen zu lassen war bei mir hoch, die Realität jedoch grausam. Sterben ist wieder schick in Spielen und ich starb oft. Aber alles an diesem Spiel relativiert mein Leiden: die tolle Erzählweise der Geschichte, die spielerische Abwechslung, die nie allzu weit von der grundlegenden Spielmechanik abweicht und der großartige Synth Pop Soundtrack. All das macht aus Katana ZERO eine schöne Mixtur, irgendwo zwischen dem Spiel Hotline Miami und dem Film Ghost Dog.

Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als gleich wieder von vorne anzufangen. Für Wiederspielwert sorgen hier versteckte Schlüsselkarten, die kleine Extras freischalten und so die weiteren Durchgänge etwas abwechslungsreicher gestalten. Alles in allem trifft dieses „Katana Battle Action Game“ genau meinen Gusto und ich empfehle es nicht nur an dieser Stelle uneingeschränkt weiter, sondern auch hier in einer Premium Podcastfolge zu Gast bei Insertmoin.de.