Nachdem ich gerade erst wieder den großartigen Mad Max: Fury Road gesehen habe, und mich dessen künstlerische Verspieltheit wieder kalt erwischt und überrascht hat, kam ich auf die Idee, Teil Eins bis Drei nachzuholen, beziehungsweise aufzufrischen. Das hat sich im Nachhinein leider als ziemlich blöde Idee herausgestellt, aber ich habe die Suche nach dem Ursprung von George Millers Meisterwerk trotzdem bis zum bitteren Ende durchgezogen.

Mad Max

Quasi die Origin Story von Max Rockatansky, der im Australien der Zukunft als Cop im aufgemotzten Fahrzeug seinen Dienst tut. Die trostlose und zuweilen skurrile Zukunftsvision, die sich deutlich vom Stil anderer Filme dieser Zeit unterscheidet ist tatsächlich ein interessanter Punkt. Weder Drehbuch, Pacing, noch irgendetwas anderes aus diesem Film haben die Zeit allerdings gut überstanden. Auch der Fokus auf Stunts und Verfolgungsjagden rüttelte mich nicht mehr wirklich aus dem Sekundenschlaf. Aber: Dieser kalte, leere Blick am Rande der Gleichgültigkeit des jungen Mel Gibson, dessen persönliche Apokalypse erst Jahre später eintreten sollte.

Mad Max 2

Max ist zurück und erstmals verdichtet sich das Setting zu dem Phänomen, für das die Filme heute stehen. Die Apokalypse ist zwar immer noch nicht deutlich „Post“, aber wir sind offensichtlich mittendrin. Es gibt bereits erste Parallelen zu Fury Road, wie etwa der große Tanker und eine lange Verfolgungsjagd in selbigem. Der Hund, der Jahre später eine Referenz in Fall Out wird, hat hier ebenfalls seinen Ursprung. Was aber in erster Linie auffällt sind die ganzen Hackfressen. Überall Hackfressen, dass es nur so kracht. Und das Kind! Dieses schreckliche Kind! Hätte ich doch bloß eine bessere Erinnerung an Teil Drei gehabt und das Kind als Warnung verstanden.

Mad Max Beyond Thunderdome

Kinder! Überall Kinder! Kein Wunder, denn Beyond Thunderdome sollte ursprünglich ein eigenständiger Film im Stile eines Herr der Fliegen sein und Max wurde erst später von George Miller hineingeschrieben. Sowas kann ja nur gut gehen. Immerhin ist die Apokalypse hier jetzt deutlich erfolgt und Australien ist endlich nur noch die karge Wüste, die wir heute mit Mad Max verbinden. Natürlich mit neuen und alten Hackfressen, Mutanten und, na ja, Tina Turner halt. Deren Beitrag zum Soundtrack ist so fehl am Platz, wie der kümmerlich einfache Plot und … ach, was weiß ich. Es ist ein Drama. Unterm Strich ist das einzig Positive an diesem Film vermutlich dessen geistige Vaterschaft zu 2Pacs und Dr. Dres California Love Video. Oha.

Ich wollte ursprünglich nie wieder Verrisse über Filme schreiben, weil kein Werk schlecht ist, wenn es irgendwo jemanden gibt, der es mag. Und es fühlt sich nie gut an, Verrisse über Sachen zu lesen, die einem selbst gefallen. Ich kann davon drei Alben mit Liedern singen. Verzeiht mir also, wenn euch die alten Mad Max Filme besser gefallen, als ich sie hier darstelle. Ich gelobe Besserung.