Robert Rodriguez und James Cameron mixen die Geschichte aus Battle Angel Alita Buch Eins und Zwei mit gefühlt jedem Twist aus den weiteren sieben Büchern und komprimieren die ursprünglich recht komplexe Geschichte zwischen Cyborg Alita und der fliegenden Stadt Zalem zu einem simplen CGI-Action Cocktail. Der hält sich unterm Strich ähnlich vage an die Vorlage, wie es in den Neunzigern bereits der Anime getan hat, welcher im Gegenzug mehr als einmal optisch fast eins zu eins zitiert wird.

Wer etwas für Animationen im Popcorn-Kino überhat, der wird begeistert sein. Wer wie ich findet, dass es an der Zeit wäre, Computeranimationen gar nicht mehr als solche zu erkennen, kann sich halt immer noch an den schönen Bildern der Welt erfreuen. Iron City ist lebendig und voller bunter Figuren, auch wenn nur die Oberfläche der Stadt angekratzt wird.

Am Ende ist es ein recht einfacher Film geworden, der der Genre definierenden Vorlage leider nur mäßig gerecht wird. Ich habe kein Problem damit, wenn die gleiche Materie in unterschiedlichen Medien unterschiedlich interpretiert wird. Ich mochte auch den Alita Anime sehr gerne, trotz aller Freiheiten. Wenn aber alles Besondere und alles abseits der Norm, was das Original ausgemacht hat, abgeschliffen und auf massentaugliches Schema F Niveau reduziert wird, dann ist das ob des hohen Budget zwar schmerzhaft nachvollziehbar, es zeugt aber auch von einer gewissen Respektlosigkeit gegenüber des Quellmaterials.