Ein Sonnenuntergang im Spiel Subnautica. Sehr schön, ja!

Late to the Party sagt der Angelsachse, wenn er eines der großartigsten Spiele, die es aktuell gibt, viel zu spät für sich entdeckt hat. Subnautica ist so ein Spiel, von dem ich normalerweise nur tagträume und ich mich dann etwas enttäuscht frage, warum es sowas eigentlich noch nicht gibt? Nur um dann zu erfahren, dass es dieses Spiel sehr wohl und bereits seit geraumer Zeit gibt.

In Subnautica übernehme ich die Rolle eines Tauchers, der in der offenen Meereswelt des Planeten 4546B notgelandet ist und dort fortan einsam unter Wasser ums Überleben kämpft. Ob bunte Korallenriffe, dichte Algenwälder oder die dunkle, mit lumineszierender Flora und Fauna versehene Tiefsee: 4546B ist ein Paradies für Videospieler mit Hang zum Erforschen fremder Welten. Und der Albtraum für alle Spieler mit Thalassophobie, der Angst vor dem offenen Meer.

Ob nun „zu Flosse“, im Exoskelett oder im U-Boot unterwegs: Wirklich sicher kann ich mich in Subnautica, abseits von meiner improvisierten Anfangsbasis, einer Rettungskapsel, nämlich nie fühlen. Die lokale Fauna stört sich arg an meiner Präsenz und greift mich an, wo und wann sie nur kann. Da ist es schon besser gleich eine feste Basis zu bauen und von dort den Spuren der anderen Crew-Mitgliedern nachzugehen, neue Gebiete zu entdecken und natürlich Ressourcen zu sammeln, um die eigene Technik weiterzuentwickeln.

Eine Unterwasser-Station.

Um das Ganze in eine halbwegs interessante Geschichte zu betten, ohne mir einen linearen Spielverlauf aufzudrücken, liegen am Meeresboden und in Wrackteilen verstreute Audio- und Textprotokolle, die mich mit Infos und Hinweisen von oder zu verstorbenen oder anderweitig verschwundenen Personen versorgen. Mit diesen Daten gelingt es mir im Idealfall, neue interessante Ausflugs- und Erkundungsziele auszumachen und den Fortschritt auf diese Weise indirekt voranzutreiben.

Subnautica ist ein sehr komplexer Titel, der, obwohl es kein klassisches Quest System gibt, oft zwei bis drei Aufgaben gleichzeitig für mich bereit hält und so aus einer geplanten Spielstunde schnell mal drei oder vier werden lässt. Und es geht mir auch dann nicht aus dem Kopf, wenn die Playstation gar nicht läuft. Ich starre im Büro aus dem Fenster und überlege mir, wie ich mein U-Boot autark mit Strom versorgen könnte. Ich frage mich am Strand mit der Familie, wo ich wohl Magnetite bekommen kann und ich recherchiere in freien Minuten nach Crafting Rezepten für diverse Upgrades meiner Ausrüstung.

Hier und da nervt das Spiel zwar ungemein mit der großen Zahl aggressiver Raubtiere, die immer dann aufzutauchen scheinen, wenn die Situation auf Grund von Schäden am Tauchgerät oder allgemeiner Sauerstoffknappheit eh schon brenzlig und nervenaufreibend ist, letztendlich überwiegt aber die sprichwörtlich atemberaubende Aussicht und der Erkundungstrieb in den Tiefen des Ozeans. Es ist schon eine Weile her, dass mich ein Spiel, das nur im entferntesten Sinne im Weltraum spielt, dermaßen beschäftigt hat. Und ich werde noch eine Weile benötigen, um alle Geheimnisse des Planeten zu lüften und diesem letztendlich in Richtung Erde zu entkommen. Eine wunderbare Aussicht, obwohl mir der Gedanke, 4546B zu verlassen aktuell noch arg fremd erscheint. Es ist doch so schön hier.

Nanu, da unten kommt etwas sehr, sehr großes extrem schnell auf mich zu. Oha!