Ein Astronaut, der sich freut. Noch.

Seit der Version 1.0 kann man das Spiel Astroneer durchspielen. Das ist, und das sage ich aus Erfahrung, die Mutter aller Grinds. Dagegen sind Titel wie Elite Dangerous, No Man’s Sky oder Everspace die reinsten Kinderspiele. Da ich aktuell meinen Urlaub ausnutze, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und dabei effektiv jedes noch so kleine Fettnäpfchen erfolgreich Volley zu nehmen, nutze ich an dieser Stelle meine Erfahrungen und schreibe hier einmal eine kleine Anleitung nieder. Natürlich ist dieser Beitrag ein ganz, ganz dicker Spoiler. Wenn ihr es also lieber auf eigene Faust herausfinden wollt, lest nicht weiter und schaut euch stattdessen diese süßen Capybara GIFs an.

Los geht’s!

Schritt Eins: Eine Kammer aktivieren

Eine aktivierte Gateway Kammer.

Jeder Planet in Astroneer (es gibt aktuell sieben davon) hat auf der Oberfläche sechs sogenannte Gateway Kammern, von denen ihr pro Planet jeweils mindestens eine für das Durchspielen aktivieren müsst. Die beiden Monde haben lediglich zwei Kammern: eine am Nordpol und eine am Südpol.

Ihr aktiviert die Kammer, indem ihr eine bestimmte Mindestmenge an elektrischer Ladung für konstante 30 Sekunden an der Kammer anschließt. Die Menge an nötiger Ladung steigt mit dem Schwierigkeitsgrad der Planeten, der Startplanet benötigt daher am wenigsten Strom und ist eine gute Übung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten im Spiel Strom zu erzeugen. Zum Beispiel mit Batterien, Solaranlagen, Windrädern und noch einigem mehr. Für die ersten drei Himmelskörper reicht meiner Erfahrung nach ein Netz aus mittleren Batterien und mittleren Solaranlagen. Habt ihr die entsprechenden Gerätschaften mühselig zusammengebaut und tatsächlich eine Kammer aktiviert, war das allerdings erst der erste Schritt.

Schritt Zwei: Vorbereitung für den Abstieg

Ein Traktor, der über eine Düne springt.

Abstieg? Richtig gelesen. Für Schritt Zwei müsst ihr euch Richtung Planetenkern durchschlagen. Hier ist eine gute Vorbereitung wichtig. Es führen zwar mindestens soviele Wege zum Kern wie nach Rom, aber die sind a.) sehr gefährlich und b.) möglicherweise Einbahnstraßen. Daher ist eine gute Vorbereitung hier lebensnotwendig.

Wichtig: Ihr benötigt am Kern mindestens zwei Teile einer bestimmten Ressource, um diesen zu aktivieren. Wenn ihr die vergessen habt, müsst ihr entweder den Weg zurückfinden (oh!) oder alles zurücklassen und Selbstmord begehen (aua!). Deswegen ist es wichtig, die offizielle Wiki zu Astroneer immer am Smartphone bereitzuhalten. Neben den Ressourcen ist ab dem dritten Planeten eine Bohrer Modifikation für das Terrain Werkzeug nötig, sonst steht ihr vor der Kruste, die den Kern umgibt, kommt aber nicht rein. Ich schreibe diese Zeile aus Erfahrung und vergieße eine Träne der Erniedrigung. Beim Einsatz einer Bohrer Modifikation ist es zu empfehlen, eine Stromquelle im Rucksack mitzuführen (eine kleine Batterie zum Beispiel), da die Modifikationen schnell eure Stromreserve im Rucksack aufbrauchen.

Schlussendlich solltet ihr noch einen Packager für euren Traktor mitnehmen, der kommt sonst nicht mehr vom Kern weg. Packager werden aus Graphit gedruckt, können an allen möglichen Gegenständen angebracht werden und verwandeln diese dann in kleine handliche Pakete.

Hier noch mal alle Gegenstände in einer übersichtlichen Liste:

  • Kleine Windturbine am Traktor
  • Arbeitslicht am Traktor
  • Mindestens zwei Sauerstofftanks
  • ein Container um notfalls Brücken bauen zu können
  • ein Packager für den Traktor
  • die beiden Materialien zum Aktivieren des Kerns
  • Mindestens Drill Modifikation 2
  • Eine kleine Batterie

Schritt Drei: Der Abstieg

Ein Traktor in einem Tunnel.

Jetzt zum eigentlich Abstieg: Ich präferiere die Traktor-Methode. Druckt euch einen Traktor aus zwei Teilen Aluminium und bestückt ihn mit einem kleinen Windrad aus einem Teil Kupfer und einem Arbeitslicht, ebenfalls aus einem Teil Kupfer. Der Traktor versorgt euch auch unter der Oberfläche stetig mit Sauerstoff, das Windrad mit dem nötigen Strom. Dann grabt ihr mit dem Terrain-Umwandler ein tiefes Loch direkt vor euch gerade nach unten, so groß, dass der Traktor hineinpasst. Stürzt euch dann am Steuer des Traktors dort hinein. Am Boden des Loches angekommen, wiederholt ihr die Prozedur solange, bis ihr auf den Kern stoßt. Trefft ihr auf einen Hohlraum stürzt ihr euch ebenfalls einfach mit dem Traktor hinunter. Warum empfehle ich diese Methode? Wenn ihr auf dem Traktor sitzend in die großen Höhlen der Planeten stürzt, verletzt ihr euch nicht. Diese Methode mag nicht sehr elegant sein, sie ist aber effektiv, zeitsparend und schützt das Leben eures Astronauten.

Der Nachteil dieser Methode: Der Traktor bietet sonst keine Möglichkeit, Ressourcen, die ihr unterwegs findet, zu verstauen. Ihr seid auf euren Rucksack angewiesen. Ein Anhänger ist eher hinderlich in den gegrabenen Löchern, weshalb ich hier keinen empfehle.

Schritt Vier: Die Aktivierung des Kerns

Ein Planetenkern. Alles leuchtet violett.

Habt ihr es bis zum Kern geschafft und nicht vergessen, vorher mindestens eine Kammer auf der Oberfläche zu aktivieren, wird es Zeit, den Traktor mit einem Packager in ein Handgepäck zu verwandeln. Ihr wollt das gute Stück schließlich nicht am Kern stehen lassen. Jetzt stürzt ihr euch schlicht in die violette Struktur und ihr seid drin. Keine Angst: In Kern herrscht Schwerelosigkeit, ihr könnt euch im Fall also nicht verletzten.

Im Zentrum gibt es insgesamt vier Tische mit je einem Platz für eine Ressource. Bei den drei nebeneinander angeordneten Tischen könnt ihr die beiden für den Planeten benötigten Ressourcen einsetzen und erhaltet dafür ein für jeden Planeten individuelles Artefakt. Um das Spiel zu beenden benötigt ihr alle sieben dieser sogenannten Geometric Triptych. Es reicht, hier eins mitzunehmen und irgendwo in einer Basis zu verstauen. Ein zweites benötigt ihr im nächsten Schritt für die eigentliche Aktivierung. Gegenüber der drei Tische an der Decke befindet sich ein einzelner Tisch. Hier setzt ihr das Triptych ein (ihr könnt an der Wand entlang hochgehen und diesen Tisch erreichen) und der Kern aktiviert sich daraufhin. Über den seltsamen Stein, der jetzt in der Mitte erscheint, könnt ihr euch zu der aktivierten Kammer an der Oberfläche zurück beamen. Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt nun den ersten Planeten aktiviert und eine Schnellreise-Route zum Kern und zurück freigeschaltet.

Schritt Fünf: Vorbereitung und Reise zum nächsten Planeten

Ein Astronaut packt eine Rakete für den Flug.

Jetzt fängt der Grind aber erst richtig an. Ihr müsst diese Prozedur auch auf den anderen Planeten wiederholen. Um nicht ganz von vorne anfangen zu müssen, empfehle ich, die nötigen Sachen mitzunehmen. Baut euch also entsprechend viele Packager und macht damit aus euren Batterien, dem Traktor oder einer Solaranlage Pakete, die ihr so platzsparend in der Rakete verstauen und am Zielort wieder auspacken könnt.

Hier zeige ich euch eine kleine Reiseliste für Gegenstände, die ich für die Aktivierung dabeihabe. Im Beispiel habt ihr eine kleine Rakete mit einem mittleren Stauraum, also acht Plätze in der Rakete und euren Rucksack.

  • 1 Traktor (verpackt)
  • 2 Antriebsdüsen (verpackt) um notfalls wieder zurückzukommen. Eine immer als Ersatz. Nichts ist doofer als zu stranden.
  • 2 mittlere Batterien (verpackt) für Strom
  • 1 mittlere Solaranlage (verpackt) zum Laden der Batterien
  • 1 kleine Solaranlage für den Traktor
  • 1 kleines Windrad für den Traktor. So seid ihr bei der Ankunft gleich mobil.
  • 1 kleiner Drucker
  • 2 Aluminium, falls der Traktor mal abhanden kommt.

Außerdem empfehle ich mindestens vier Kanister für Sauerstoff im Rucksack (aus je einem Teil Glas).

Eine Rakete auf einer Düne.

Habt ihr alles beisammen, kommen die Antriebsdüsen ins Spiel, deren Standardausführung für vier Manöver im Weltraum reicht (Starten und zu einem anderen Planeten fliegen zählen als zwei Manöver. Landen ist gratis). Vergesst also nicht, nach der Landung die Düse zu entsorgen und eine neue anzubringen, sonst könnt ihr zwar starten, seid dann aber gestrandet.

Schritt Fünf: Das ist das Ende!

Habt ihr tatsächlich alle Planeten aktiviert, packt ihr euch alle sieben Infinity Steine Triptych Artefakte in den Rucksack und fliegt zum letzten Himmelskörper, dem unbekannten Satelliten nahe der Sonne. Dort setzt ihr die Artefakte ein und beendet damit offiziell das Spiel.

Bonustipps

Ein Astronaut in einem Feld aus Gräsern.

  1. Es empfiehlt sich eine Hauptbasis zu errichten, praktischerweise auf dem Startplaneten Silva. Hier sollten alle Geräte stehen, mit denen ihr die grundlegenden Ressourcen bauen könnt:
  • Zentrifuge für Rohstoffe
  • Schmelzofen die Basis-Materialien
  • Chemielabor für die komplexeren Materialien

Atmosphärenumwandler machen nur auf den einzelnen Planeten Sinn, wo es die benötigte Gase auch gibt. Diese sollten also an den Außenstellen stehen, die ihr praktischerweise in der Nähe einer Kammer auf der Oberfläche errichtet. Dazu wartet ihr beim Anflug auf einen Planeten einfach auf eine Landestelle in der Nähe einer blauen Säule. So müsst ihr die Kammern nicht noch aufwendig suchen.

  1. Lagert die Triptych Steine unbedingt in euer Hauptbasis. Tragt sie nicht mit euch im Rucksack herum. Auf diese Weise müsst ihr die Steine nicht erneut beschaffen, wenn ihr mal verendet und euren Rucksack nach dem Neuanfang nicht mehr wiederfindet.

  2. Der Mond Desolo ist eine gute Anlaufstelle für die erste Aktivierung. Er ist klein und eignet sich daher sehr gut, um den Abstieg zum Kern zu üben.

  3. Die beiden Kammern an den Polen sind mit Hilfe des Kompasses noch am einfachsten wiederzufinden, falls ihr euch mal verlauft. Den Kompass seht ihr, wenn ihr mit dem Curser über euren Astronauten fahrt.

  4. Beim Einsatz von Solaranlagen ist die Sonne natürlich der wichtigste Faktor. Wo die aufgeht, sehr ihr am Himmel anhand des Sternenbands. Das läuft entlang des Äquators jedes Planeten und zeigt euch anhand der Bewegung der Sterne auf Anhieb, wo die Sonne auf- und untergeht.

  5. Geht es langsam an. Astroneer hat auch abseits des Endgames so viele schöne Seiten, dass es sich lohnt, ab und an mal auf den Traktor zu steigen und einfach so loszufahren. Ihr werdet überrascht sein, was ihr alles dabeihabt, wenn ihr wieder an euer Basis ankommt. Vorausgesetzt, ihr habt eure Basis wiedergefunden.

  6. Sulfur nicht auf dem Schmelzofen abstellen, wenn ihr gerade nicht wisst wohin damit. Das daraus resultierende Loch in der Basis ist unschön und die Explosion obendrein tödlich (Ja, das war wirklich dumm von mir).

Viel Erfolg und hoffentlich auch viel Spaß!