Irgendwann haben wir King Arthur: Legend of the Sword, Guy Ritchies Flirt mit dem Fantasy Genre, schon einmal angefangen. Nur habe ich da bereits nach zehn Minuten mein Veto eingelegt und wir haben ihn wieder ausgemacht. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas passte nicht zu meiner Stimmungslage. Dabei war es nicht Ritchies schneller Schnitt, der dem eher langsamen Fantasykino tatsächlich ganz vorzüglich steht.

Es war im Prolog eher die diesbezügliche Zurückhaltung, die gleichzeitige Anbiederung an bekannte Muster des Genres und das etwas trockene Abarbeiten der Vorgeschichte. Jetzt habe ich dem Film eine zweite Chance gegeben und fühle mich schlecht, ihn so lange verschmäht und in diversen Gesprächen diskreditiert zu haben. Ich wurde nämlich entgegen meiner Vermutung sehr gut unterhalten.

Guy Ritchie drückt der Artus Sage hier tatsächlich eiskalt das London Eastend Muster auf, welches er in den Gangsterkomödien Snatch und Rocknrolla absolut perfektioniert hat. Da wirkt es mitunter frech und respektlos, wenn die königliche Garde Straßennamen wie Mischief John oder Trigger trägt und mit einem gespielt freundlichen „Evenin’!“ auf den Plan tritt. Oder wenn sich Rebellen im astreinen Cockney Dialekt unterhalten. Dem Genre tut das im Umgang mit angestaubten Mythen zwischen zwei epischen Schlachten überraschend gut. Wenn kein Hobbit oder Zwerg drin vorkommt, die laufend Witze reißen, muss sich halt anders geholfen werden.

Das alles ändert leider nichts am optischen Gesamteindruck, der von Computeranimationen bestimmt wird, für die das Budget nicht immer ganz gereicht zu haben scheint. Dennoch gibt es den einen oder anderen optisch sehr schön inszenierten Leckerbissen zu sehen.

Und David Beckham.