Peaky Blinders logischer Schlusspunkt war gesetzt und das Finale großartig umgesetzt. Jetzt geht es überraschend weiter und dafür wird zum Neuanfang praktischerweise erst einmal alles auf Null gesetzt. Gut. Kann man machen. Hat ja schon bei anderen Serien geklappt. Prominentes Beispiel wäre da zum Beispiel Breaking Bad mit der Magnets Staffel.

Bei der Schieberkappen Gang aus Birmingham wird für die nächste Runde und passend zum aktuellen Geschehen auf den Aufstieg des Faschismus zum Ende der 1920er Jahre gesetzt. Das reibt Salz in offene Wunden und tut so richtig weh. Kontrastprogramm sind die im Vergleich zu den vorangegangenen Staffeln fast schon regelmäßigen Zeitlupeneinstellungen zu neuzeitlicher Musik, um die Coolness der Antihelden aus dem braunen Sud hervorzuheben.

Nazis sind scheiße und die fünfte Staffel von Peaky Blinders hat mit ihrem Antagonisten eines der für mich größten Arschlöcher der Geschichte des Fernsehens geschaffen. Widerlich! Natürlich dient das der Atmosphäre, die dadurch zwar unangenehm aber auch sehr dicht ist. Am Ende erliegt diese Staffel dann allerdings dem Versuch, mich als Zuschauer noch irgendwie aufs Glatteis zu führen und letzten Endes zu überraschen.

Und auch der Cliffhanger wirkt im Zusammenhang mit der unangenehmen Thematik extrem unbefriedigend. Nach fast zwei Jahren eine neue Staffel mit sechs Episoden offen enden zu lassen gleicht ja eh beinahe schon einem Coitus Interruptus. Ich drücke euch und mir die Daumen, dass es bis zur nächsten Staffel daher nicht wieder zwei Jahre dauert.