Erzählt mir eine Geschichte über ein Raumschiff mit einer zusammengewürfelten Crew, die alle (terrestrisch und extraterrestrisch) ethnischen Quoten erfüllt und die sich in ihren Bemühungen Geld zu verdienen gerne mal am Rande der Legalität bewegt, könnt ihr euch meiner ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein. Dass diese, zugegebenermaßen nicht besonders seltene Basis für einen Science Fiction Roman überzeugt, liegt bei Valerie Valdes’ Debütroman vor allem an der starken Protagonistin Eva Innocente, die lieber einmal mehr ordentlich zutritt (und dabei flucht wie ein spanischer Rohrspatz), als zu lange über ihre nächsten Schritte nachzudenken.

Und an all den Referenzen an die plattformübergreifende Science Fiction Kultur, die fast überall zu finden sind, während Eva eher unfreiwillig für das Organisierte Verbrechen quer durch ein Potpourri an exotischen und interessanten Welten reist. Die omnipräsenten spanischen Flüche und die ebenfalls oft in Spanisch gehaltenen Kapitelüberschriften tragen zur Atmosphäre bei und unterstreichen deutlich die kubanische Herkunft, die sich Protagonistin und Autorin teilen. Übersetzt wird das im Buch übrigens nicht, was ich sehr interessant finde. Zum Glück gelingt dies im Ebook mit wenigen Klicks und ja, ich habe viel gelernt und sogar weitere Referenzen gefunden.

Da am Ende dieses just erschienenen Romans bereits das erste Kapitel des nächsten Bandes gelesen werden kann, gehe ich nicht davon aus, dass wir hier lange auf die Fortsetzung warten müssen. Ich freue mich drauf. Auch, wenn ich Eva Innocentes Abneigung gegenüber klobigen Raumschiffen ganz und gar nicht teile. Klobige Schiffe rocken.