Ich glaube, nichts von dem, was ich hier über diesen Film schreibe, wird der Erfahrung von The Lighthouse gerecht, die ich im Kino machte. Robert Eggers Fast-Kammerspiel mit Willem Dafoe und Robert Pattinson als Leuchtturmwärter, die auf einer Insel aufgrund eines starken Sturms vom Rest der Welt abgeschnitten und dem Wahnsinn der Isolation ausgesetzt sind, ist groß-, einzig- und gelegentlich auch abartig, aber mir fehlen vermutlich die richtigen Worte, das nachvollziehbar zu beschreiben.

Die Ausleuchtung, das schwarzweiße Bild und das fast quadratische Bildformat (für die jüngeren Menschen unter euch: fast wie Instagram!) wirken bedrückend und werden von Mark Korvens düsterem Soundtrack im Zusammenspiel mit einem omnipräsenten, donnernden Nebelhorn verstörend schön untermalt.

The Lighthouse ist abstrakter Escalation Horror, irgendwo zwischen Lovecraft und Seemannsgarn, unterstrichen von der Tortur, die beide Schauspieler hier sichtlich im Unwetter der Atlantikküste über den Dreh hinweg durchgemacht haben und mit der sie sich ein Denkmal gesetzt haben.

Wer meine Texthäppchen über Filme liest, weiß, dass ich alles mag, was nicht vorhersehbar ist und auch noch über Tage nach dem Kinobesuch in meinem Kopf bleibt. Das mich The Lighthouse überraschen würde, war mir so gut wie klar, ich wusste nur noch nicht auf welche Weise. Und beschäftigen wird er mich auch noch einige Zeit länger. Und auf lange Sicht wahrscheinlich immer mal wieder, wenn ich irgendwo ein Nebelhorn höre.