Mit Flipperautomaten verbinde ich als Kind der Achtziger ja vor allem miefige Kneipen und langhaarige Menschen in Muskelshirts und dazu passend zerrissene Jeanshosen. Irgendwie habe ich nach der Freibad-Zeit mit dem Spider-Man Flipper, der großzügig Extrabälle verteilte und mir so Talent vorheuchelte, den Anschluss verpasst. Das rächt sich jetzt, wenn zwischen meine und Jos Punktzahl in der Freundesliste diverser Pinballspiele gefühlt noch der Verteidigungsetat der Vereinigten Staaten von Amerika passt. Uff.

Aber irgendwie ist auch die Ästhetik der meisten Tische nicht meins und auch die Renaissance der Automaten in der digitalen Welt, dreidimensional interpretiert und mit aufwendigen Animationen diverser Unterhaltungslizenzen geschmückt, konnte mich langfristig nicht fesseln. Und jetzt kommt Demon’s Tilt, Pinballspiel und neuster Zugang im Xbox Gamepass, den ich mir gerade nochmal ob der aktuellen Lage verlängert habe. Stay home, stay safe ist ja derzeit das wichtigste Motto und das geht natürlich am Besten mit einer Handvoll guter Spiele.

Und Demon’s Tilt macht einfach alles richtig: Wunderschöne Pixelgrafik, eine okkulte Achtziger Thematik und der herrliche Chiptune Soundtrack lassen mein Nerdherz bis zur Decke schlagen. Der unkonventionelle Tischaufbau ist kurzweilig, überall explodieren und bewegen sich Pixel und ich schwelge in Nostalgie, weil ich in meinem Kopf Parallelen zu verklärten Erinnerungen an Hexenküche II auf dem Commodore 64 ziehe.

Am Ende holt mich die Realität leider wieder ein und reisst mich unschön aus süßen Tagträumen, wenn auch Demon’s Tilt mir zeigt, warum ich Pinball nicht mag. Wenn der Ball für mich unerreichbar zwischen den Flippern ins Aus rollt. Wenn er irgendwo unerreichbar durch eine Lücke ins Aus kullert (so langsam, dass es schön weh tut). Wenn der ganze Bildschirm explodiert, alles blinkt und nach Boni schreit und am Ende dabei kaum Punkte rumkommen, weil ich ehrlich gesagt nicht weiß was ich tue.

Der letzte Absatz ist meinem nicht vorhandenen Talent und meinem Unverständnis gegenüber Glück als Spielelement geschuldet. Den dürft ihr als Fans dieser Freizeitaktivität natürlich ignorieren. Ich spiele Demon’s Tilt auch trotzdem weiter. Weil es so unglaublich toll aussieht und gut klingt. So!