Auch Smartphone- und Tabletspiele bekommen in Zeiten der Ausgangsbeschränkung neue Bedeutung. Meine Welt ist das primär nicht, aber ich habe mich diesbezüglich mal im Apple App Store umgesehen und bin auf RogueJack gestoßen, das einen klassisch zweidimensionalen Dungeon Crawler mit rudimentärer Pixelgrafik darstellt, in dem ich alle Gefechte mit Monstern in Black Jack, oder wie wir es hierzulande kennen, in 17+4 Duellen ausfechte. Sprich: Der Held und der Gegner haben je zwei aufgedeckte Karten aus einem Standard Französischen Blatt und müssen sich entscheiden, ob sie nachziehen oder mit der Summe der Karten antreten. Die höhere Summe gewinnt und wer über die Summe 21 kommt, hat direkt verloren.

Die Monster im Gewölbe werden dabei natürlich mit jeder Ebene schwerer und definieren dies mit ihrem Mut beim Ziehen der Karten, ihrer Lebensleiste (ein Sieg zieht ohne Waffe einen Lebenspunkt ab) und Sonderregeln, wie etwa ein Vorteilssieg, wenn es Gleichstand steht. Damit nicht genug haben Gegner wie auch manche Heldenwaffen noch Effekte, die den Status des Getroffenen verändern können. Quasi das Einmaleins der Rollenspielkrankheiten: Vergiftung, Verbrennung und Vereisung.

Lustige Idee auf dem Papier, Fluch und Segen in der Realität. Wenn man nämlich nicht gerade Jake Green ist und die ultimative Formel für Glücksspiel kennt, bleibt halt nur noch Glück über. Abseits davon und dem Gesetz der Serie, muss ich mich als Spieler an anderer Stelle versuchen, an den wichtigen Fortschritt und die Erfahrungspunkte zu kommen. Upgrades wie mehr Karten aus denen man sich die nächste aussuchen kann und eine höhere Chance diese Karten schon vor dem Ziehen aufgedeckt zu sehen sind permanent und überstehen auch den Tod meines Helden. Gold, für den Erwerb von Tränken und Waffen, die mir in den BlackJack Duellen Vorteile verschaffen, werden bei jedem neuen Durchgang auf Null gesetzt, wie es sich für Roguelikes gehört.

Aber RogueJack ist sich seiner Perversität bewusst und greift mir als Spieler weiter unter die Arme. Der erste Raum eines neuen Durchgangs gibt mir immer die Wahl, ohne Erfahrung und Gold von vorne anzufangen oder durch eine Tür direkt zur tiefsten von mir erreichten Ebene zu gelangen. Dort wird mir dann ein Teil meiner Erfahrungspunkte und des Goldes wiedergegeben, die ich beim Tod bei mir trug. Zusätzlich liegt in einer Schatztruhe noch eine zufällige Waffe. Habe ich beim Ziehen der Waffe Glück und bekomme ein mächtiges Werkzeug, ist das für dieses Szenario die einzig gute Ausgangssituation. Gehe ich leer oder mit einem rostigen Schwert aus, ist die Chance groß, dass ich nach der nächsten Kurve schon wieder tot bin. Ich muss also abwägen, ob ich die Nerven habe mich direkt ins Getümmel zu stürzen oder lieber nochmal gemütlich mit meinen bereits freigeschalteten Upgrades von vorne anfange, um mir eine gewisse Basis zu schaffen und eventuell sogar noch auf das nächste Level-Up hoffen zu können.

Die größte Errungenschaft von RogueJack ist tatsächlich, dass ich trotz seiner Art nicht sofort komplett genervt davon war und mich aktuell sogar schon bis Ebene 25 durchgekämpft habe. Das liegt daran, dass es durch seine simple Art ein optimaler Kandidat für Pick up and Play ist und Black Jack einfach toll ist, wenn man mal drei, viermal hintereinander gewinnt. Außerdem kann der Titel gratis geladen werden und einmalig für einen kleinen Obolus werbefrei geschaltet werden. Alles richtig gemacht.