Wer mal eine Pause vom Videospielheldentum sucht, dem empfehle ich das Spiel Sea Salt. Dieses im Mittelalter angesiedelte Spiel steckt euch nicht in die Rolle des Ritter in glänzender Rüstung, sondern lässt euch die Rolle einer todbringenden Seuche in Form eines Gottes übernehmen.

Dessen ausgestreckte Hand in Form eines Markers auf dem Bildschirm nutzt ihr, um eure Armee aus Heuschrecken, Kriechtieren und Monstern indirekt über eine Karte zu lenken. Die Handhabung ist äußerst simpel: Die linke Schultertaste drückt ihr, um eure Schergen um euren Marker zu versammeln, um zum Beispiel Gefahren aus dem Weg zu gehen. Die rechte Schultertaste lässt eure Plage alles angreifen, was sich in der Nähe bewegt. Das können bewaffnete Ritter, gottesfürchtige Priester, gemeines Landvolk oder verängstigte Bürger sein. Alles wird auf euer Kommando hin übelst zugerichtet und zerfleischt. Die wunderschön düstere und zur Veranschaulichung des im wahrsten Sinne beschissensten Zeitalters in bräunlichen Tönen gehaltene Pixelgrafik hält den Ekelfaktor zwar etwas in Grenzen, den lovecraftschen Horror Flair trifft es aber immer noch ziemlich gut.

Verschiedene und mit der Zeit immer trickreichere Gegner machen es eurer Plage schwer, sich weiter durch die Spielwelt auszubreiten. Es gilt, die Angriffe mit lediglich zwei Kommandos taktisch klug zu planen oder das Spiel ist schneller vorbei als ihr denkt. Gefallene Monster dezimieren eure Heerschar des Unheils und Ersatz muss an okkulten Altaren erneut heraufbeschworen werden. Von Gegnern fallengelassenes Gold kann ebenfalls für neue Monster eingesetzt werden.

Ziel eines jeden Abschnitts ist es, alles Leben zu vernichten und mit genügend Monstern in den nächsten Level zu gelangen. Wird meine Horde gänzlich vernichtet, heißt es Game Over. Am Ende jeder Episode warten herausfordernde Endgegner darauf, besiegt zu werden. Im Hintergrund zählt das Spiel eure Statistik, um mit der Zeit weitere Götter freizuschalten, die dann jeweils leicht veränderte Stärken und Anfangshorden haben.

Sea Salt ist ein recht simples Spiel aber keinesfalls einfach. Wer sich auf das morbide Setting einlässt, den erwartet allerdings ein ganz anderes Spiel, dessen faulende Hand euch aus der Masse heraus zuwinkt. Ich stehe kurz vorm Ende meiner ersten Kampagne und gefühlt auch am Ende meiner Kräfte. Ich werde es aber nicht unversucht lassen, diesen Titel in nächster Zeit noch zu beenden.

Besitzer eines Xbox Gamepasses können Sea Salt dort aktuell gratis spielen.