Exit the Gungeon war Start- und gleichzeitig mein Favoritentitel in der Apple Arcade. Das Videospiel Abo aus Cupertino habe ich mittlerweile gekündigt. Mein iPhone und iPad ist nach wie vor Werkzeug und kein Spielzeug. Letzteres ist die Rolle der Switch und dort zeigt mir Exit the Gungeon aktuell, was ich für eine erbärmliche Wurst bin, wenn es um Videospieltalent geht.

Ich möchte das kurz richtig stellen: Was mir an Talent fehlt, kompensiere ich normalerweise mit Geduld, die mir zwar im realen Leben komplett fehlt, bei Videospielen in einem Zustand meditativer Berieselung durch bunte Pixel jedoch interessanterweise beinahe unendlich zur Verfügung steht. Ein Phänomen, das mir schon einige Male half, relativ schwere Spiele erfolgreich durchzuspielen.

Nun, Exit the Gungeon ist schwer. Sehr schwer. Exit the Gungeon ist vor allem unfair schwer. Das ist mies und wurde auf dem iPad durch die Möglichkeit, die Zeit anzuhalten, wann immer ich eine Rolle machen wollte, ausgeglichen. Dieses selbstlose Feature kompensierte den Spieler allerdings lediglich für die Tatsache, dass eine Touchsteuerung in einem solchen Spiel auch irgendwie bloß zum Scheitern verurteilt ist. Jetzt, auf der Switch, ist das Feature passé und ich bin auf mich allein (Ahh!) und meine Reflexe (Autsch!) angewiesen.

Und dementsprechend missbraucht mich das Spiel derzeit nach Strich und Faden. Wie sehr mir die Möglichkeit, die Zeit zu stoppen fehlt, merke ich nach spätestens fünf Minuten, wenn der Bildschirm mit Schüssen, Patronenhülsen, Gegnern, Extras, Zylindern (!) und diversen Partikeleffekten gefüllt ist, während sich alles bewegt, blitzt und funkt und ich mich nur auf einem Sechstel des Bildschirms auf drei Ebenen sicher bewegen kann und in der Mitte der untersten Ebene noch ein dickes Loch klafft, durch das ich in den Tod fallen kann. Alter!

Hier wäre jetzt der Moment, an dem ich aufschreibe, durch welche Dinge diese spielgewordene Frechheit den Schwierigkeitsgrad relativiert, aber da ist wenig bis gar nichts vorhanden. Lediglich die Währung, mit der ihr in Exit the Gungeon neue Extras und Waffen kaufen könnt, die daraufhin zufällig in den Katakomben auftauchen, ist hier zu erwähnen, aber auch das ist keine direkte Hilfe. Dieses Spiel bleibt eins: Eine Zerreiss- und Geduldsprobe.

Und das funktioniert seltsamerweise bei mir ganz gut. Durch die Möglichkeit mal eben schnell einen Versuch zu wagen, relativiert sich der Frust dann doch recht schnell. Klar scheitere ich dann wieder spätestens am zweiten Boss, weil ich wieder die falschen zufälligen Waffen hatte. Aber ich habe auch wieder ein paar Minuten länger mit eben diesen Waffen gespielt und mit der Zeit fällt auf, dass auch der Umgang mit so schrecklichen Werkzeugen wie etwa der Bubble Bobble Blasenkanone besser wird.

Denn das Ziel von Exit the Gungeon ist am Ende genau das: Mit jeder neuen Waffe, die ihr zufällig und gefühlt alle 20 Sekunden automatisch erhaltet, umgehen zu können. Und das ist schon irgendwie auch toll.