Netflix versetzt Steve Carell vom Regionalleiter der Dunder Mifflin Paper Company direkt ins höchste Amt der neugegründeten US-amerikanischen Space Force. In zehn halbstündigen Folgen hat der kriegserfahrene Vier-Sterne General mit seinem wissenschaftlichen Leiter, knappen Militär-Budgets, der Belegschaft, dem Weißen Haus und der eigenen Familie zu kämpfen.

Und ich liebe alles an dieser Serie, deren Humor hundertprozentig meinen Geschmack trifft. Steve Carells großartige Mimik, das brillante Schauspiel von John Malkovich, die Aktualität in Bezug auf das Raumfahrtgeschehen oder die immer wieder eingestreuten nachdenklichen Momente im Kontrast zum überzogenen Humor.

Dazu hätten vor acht Jahren auch noch die Szenen gezählt, in denen das Weiße Haus für Pointen herangezogen wird. Heute bleibt einem das Lachen da manches mal im Hals stecken, weil uns allen mittlerweile klar ist, dass diese horrenden Reaktionen harte Realität und keineswegs übertrieben sind. Dass die Serie hier klar Stellung bezieht, hilft mir in Zeiten wie diesen und verleiht Carells Figur die notwendige Sympathie.

Das Genie von Space Force liegt im Detail und im auch mal unkonventionellen Umgang mit dem Medium. Ich bin kein Fan von Cliffhangern und der hier hat ungefähr die Größe des Bailly Mondkraters, aber ich halte durch und bin unheimlich gespannt auf die zweite Staffel.

John Malkovich hat sich mit dieser Produktion übrigens endgültig einen Platz in meiner Liste der Personen verdient, die mir gerne den ganzen Tag es vorlesen dürfen. Ich hätte die Zitate seines Alter Egos hier gerne als Audioschnipsel in meiner Musikmediathek.