Für unter zwei Euro habe ich im Nintendo eShop dieses kleine Rogue Like gefunden, dessen Held nur mit einem Bogen ausgestattet ist. Rogue Like und Bogen? Da werden Erinnerungen an Titan Souls wach, aber nein: Bis auf die Pixel und den Bogen haben beide Spiele wenig gemeinsam. Vor allem nicht in Sachen Produktionsqualität.

Zwar schießt auch der Held im vorliegenden Mana Spark nur jeweils einen Pfeil von dessen Bogen, aber der gleich vorweg größte Unterschied ist der, dass er sich den Pfeil nicht zurückholen muss. Der magische Köcher liefert so viele Pfeile, wie wir schießen wollen. Schwierig ist das Jagen trotzdem. Während ich mit der Schultertaste den Bogen spanne, darf ich mich nicht von der Stelle bewegen und kann lediglich die Richtung des Schusses bestimmen. Auch nach dem Loslassen der Sehne und während der Pfeil hoffentlich ins Ziel fliegt, optimaler Weise der Kopf eines Monsters, steh ich wie angewurzelt da und darf mich erst wieder fortbewegen, wenn der Pfeil angekommen ist. So entsteht eine Pause, an die ich mich erst einmal gewöhnen und deren Rhythmus ich finden muss.

Gleiches gilt für die im Genre typische und so wichtige Ausweichrolle, die ebenfalls mit einer Pause abschließt, während der ich mich nicht bewegen kann. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich an diese Eigenheiten gewöhnt habe und ich das erste Mal das Gefühl hatte, ich gehe mit Zuversicht durch die Gewölbe und nicht mit der stetigen Angst, dass der sichere Tod hinter der nächsten Ecke lauert. So richtig weit gekommen bin ich bisher trotzdem nicht. So etwas wie Fortschritt ist allerdings trotzdem zu erkennen.

Denn auf den anfangs sehr kurzen Ausflügen durch die Wälder, Kerker und Gewölbe sammele ich immer wieder Mana Runen ein, die freundlicherweise gleich nach zwei Abschnitten in einem extra dafür hergerichteten Raum für immer gesichert werden können. Sterbe ich nach diesem Raum, gehören die Runen trotzdem mir und ich kann damit mein Camp aufrüsten. Je mehr Runen ich zur Verfügung habe, desto besser ist dessen Ausstattung: Der Koch bereitet Gerichte zu, die meine Fähigkeiten permanent verbessern, die Schmiedin fertigt und verbessert Sekundärwaffen und beim Gelehrten lese ich über Gegner und kann diese so schwächen.

Das klingt und ist sehr interessant, kann für mich die negativen Aspekte des Spiels aber trotzdem nur zu einem gewissen Teil kompensieren. Denn Mana Spark ist ein sehr roher, ungeschliffener Diamant. Auch mit zunehmender Spielzeit fühlt sich die Mechanik immer noch sehr träge an und auch optisch ist das Gezeigte stark gewöhnungsbedürftig. Die Pixelgrafik ist nicht die allerschönste aber durchaus atmosphärisch, beißt sich nur leider unschön mit der überall eingesetzten Serifenschrift. Der Spielfluss wird durch die eingangs besprochenen Zwangspausen nach dem Angriff und dem Ausweichen zu oft jäh unterbrochen und treibt vor allem bei Bosskämpfen künstlich den Schwierigkeitsgrad in die Höhe.

Für zwei Euro im Angebot ein Meisterwerk zu erwarten wäre wohl naiv. Für den Normalpreis von zehn Euro gibt es aber durchaus einige geschliffenere Titel. Trotzdem: Mana Sparks Ansatz ist super und wer eine neue Herausforderung sucht, der wird sie hier finden. Ich kann einen gewissen Reiz, das Spiel weiterzuspielen nicht abstreiten und werde das auch tun.