Ich habe mir The Whispering Star von Sion Sono auf dem diesjährigen Japanischen Filmfest angeschaut. Das experimentelle Science Fiction Drama folgt in wunderschönen Schwarzweißbildern dem eintönigen Tagesablauf der Androidin Yoko Suzuki, die in ihrem Raumschiff, das wie ein traditionelles japanisches Holzhaus anmutet, interstellar Pakete ausliefert.

Es passiert nicht wirklich viel in diesem Film, aber was gezeigt wird, ist immer wunderschön inszeniert und von Sion Sonos Frau Megumi Kagurazaka in der Rolle der Yoko Suzuki durchgehend gut gespielt. Die fremden Planeten, die allesamt im Fukushima Sperrgebiet gedreht wurden, wirken auf eine unangenehme Weise atmosphärisch. Ebenso das unbekannte Schicksal der Menschheit, deren Kolonialisierung des Universums offenbar in einem Desaster sehr großen Ausmaßes endete. Drohend schwingt es in jeder Szene mit und wirft dabei viele Fragen auf, die allerdings weitgehend unbeantwortet bleiben.

The Whispering Star ist einer dieser Filme, die an jeder beliebigen Stelle angehalten werden können, und deren Standbilder dann wunderbare Kunst ergeben, die ich mir direkt an die Wand hängen würde. Über die 100 Minuten hinweg wird das Gebotene sicherlich vielen Zuschauern zu wenig sein. Mich hat das nicht gestört und ich bin begeistert.

Bis zum 14. Juni sind die Filme des 20. Japanischen Filmfests noch bei Vimeo für jeweils 5 Euro on Demand zu sehen