Ich war noch nicht soweit, nach BroForce auf meine tägliche Dosis Pixel Gewalt zu verzichten und kaufte mir prompt Door Kickers Action Squad. Dieser Ableger der Door Kickers Serie traf genau meinen Nerv. Im direkten Vergleich mit BroForce musste ich allerdings den Triggerfinger enorm zurücknehmen und mich weit mehr auf taktisches Vorgehen einstellen.

Während die Kamera bei den Door Kickers normalerweise über den Akteuren schwebt, sehe ich bei Action Squad alles von der Seite. Aus einem Pool aus Soldaten, Polizisten und Reservisten kann ich zwischen Personen mit verschiedenen Waffen und Fähigkeiten wählen und die mit jedem Einsatz, ob erfolgreich oder nicht, in verschiedenen Aspekten weiterentwickeln. So wird meine Einheit mit jedem Versuch ein Stückchen besser. Der als Easy betitelte Assaulter ist anfangs eine gute Wahl, mein Favorit ist allerdings dessen Kollegin mit dem Schild. Die habe ich erst relativ spät ausprobiert und dieser Schild, hinter dem ich mich später fast sicher fühlen konnte, und der ihre magere Feuerkraft kompensiert, hat dem Spiel noch ein zusätzliches taktisches Element verliehen.

Die Einsätze variieren zwischen Geiselnahmen, Bombendrohungen, einer Festnahme oder dem Auftrag ganz einfach alles umbringen, was so an Gangstern durch das Areal streunt. Dabei werden alleine oder zu zweit Türen eingetreten, Blend-, Nebel- und tödliche Granaten geworfen, Raum für Raum gestürmt, Geiseln befreit und hoffentlich rechtzeitig nachgeladen. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich einen Einsatz verpatzte, weil ich wiedermal vergessen habe vor dem Eintreten der Tür nachzuladen. Oder wie oft ich umgebracht wurde, während ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt nachlud.

Das Ganze ist tatsächlich überraschend taktisch, spielt aber auch mit der Tatsache, dass viele Teile neuer Areale beim ersten Einsatz unbekannte Fallen aufweisen, in die man erstmal treten muss, um sich dann bei einem neuen Versuch darauf einzustellen. Da aber kein Tod in Door Kickers Action Squad umsonst ist und wertvolle Erfahrungspunkte bringt, störte mich das nicht wirklich. Im Koop wird dieses Spiel sicherlich noch ein ganz anderes Level erreichen, aber selbst solo hat es mir einfach großen Spaß bereitet. Die fünf Hauptszenarien habe ich mit für mich ausreichend guter Bewertung durchgespielt. Die Episode mit den Herausforderungen hatten mir dafür leider zu viele Zeitlimits und die neuste Bonus Episode „King of the Slums“ empfand ich im direkten Vergleich als unverhältnismäßig schwer. Beides habe ich aktuell aufgegeben und steht vorerst nicht auf meiner Agenda.

Trotzdem lege ich Door Kickers Action Squad jedem ans Herz, der Bock auf taktische Ballerei im Retro-Stil mit passender Achtziger Jahre Mucke hat. Zum Glück ist das Spiel überzogen genug, dass ich ob der Thematik nicht die ganze Zeit einen Eimer zum Kotzen brauchte. Und wer noch einen weiteren Kaufgrund sucht, dem sei gesagt, dass es zusätzlich zur Kampagne auch noch einen Modus mit Zombies und einen Überlebensturm gibt, der mir ebenfalls sehr viel Spaß gemacht hat. Könnt ihr also bedenkenlos kaufen.