Als ich letztens das aktuelle Desolation Update von No Man’s Sky ausprobierte und dort im diffusen Schein der Taschenlampe durch ein Raumfrachterwrack schlich, mich vor xenomorphen Kreaturen in Acht nahm und nach Beute suchte, dachte ich mir nur: Wo bitte gibt es das als eigenständiges Roguelike Spiel? Ich will es!

Im InsertMoin Discord Kanal wurde mir daraufhin Void Bastards empfohlen, was nicht nur genau das war, was ich suchte, sondern auch noch britischen Humor, Cel Shading und den Schwierigkeitsgrad Easy Peasy oben drauflegte. Ich war in meinem ganz persönlichen Roguelike Himmel.

Denn ich liebe alles an Void Bastards. Die Comic Optik, den Humor, das Spielprinzip. Ich liebe es, nur noch eimal bei einem Raumschiff anzudocken und dort alles mitzunehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, bevor ich ins Bett gehe (Spoiler: es werden noch drei, vier oder gar fünf Raumschiffe werden). Ich liebe es, dass sich Void Bastards wie ein auf das Wesentliche reduziertes Bioshock spielt. Ich liebe es, dass sich überall nette kleine Ideen verstecken, die mir den üblichen Roguelike Stress nehmen, um mir (auf Easy Peasy) einfach ein tolles Spielerlebnis zu bescheren. Ich liebe es, durch zerstörte und verdreckte Gänge zu laufen, die fernab polierter Raumschiffböden liegen, ohne dass ich weiß, was hier eigentlich mal wann passiert ist.

Ich liebe es, dass Ressourcen und Geld (hier Merits genannt) eher knauserig herausgegeben werden, sodass der Katalog an gebastelten Waffen und Gadgets langsam aber stetig wächst, während ich meine wertvollen Merits auf einem Kasino Schiff trotzdem verantwortungslos in den Einarmigen Banditen schmeißen kann. Ich liebe es, dass es bei den genetischen Mutationen, die des Ausbaus meiner Fähigkeiten dienen, so lustige Möglichkeiten wie lange Arme gibt, um aus größerer Distanz mit Dingen zu interagieren oder ich mir eine Überschwängliche Höflichkeit modifizieren lassen kann und Gegner fortan nur noch beim Nachnamen nenne (Aus einem Bewegungsmelder wird dann zum Beispiel Mr. Beeper).

Ich liebe auch die klare Struktur des Spiels, die andere wahrscheinlich als repetitiv bezeichnen würden. Aber ich kann mich auch nach dem Durchspielen der Kampagne noch über die Details der verschiedenen Frachtertypen freuen, deren zufällig generierte Grundrisse ich durchstreife: mal industriell robust, mal Prunk und Luxus, mal exotisch, wie etwa die Papiertüren bei der japanischen Frachterklasse.

Es ist selten, dass man mal genau das kriegt, was man gerade in diesem Moment so gerne hätte, aber mit Void Bastards ist mir genau das passiert. Und für fünf Euro zusätzlich konnte ich das Spiel auch schon um eine Frachterklasse und zwei neue Waffen erweitern. Das würde ich in Zukunft gerne wieder tun. Denn genug habe ich von Void Bastards noch lange nicht und plane deswegen bereits einen zweiten Durchgang.