Vor 17 Jahren erschien mein bis heute liebstes Wild West Videospiel: Call of Juarez Gunslinger. Ein Spin-off der Call of Juarez Serie, das mich so viel mehr ansprach, dass ich mich nicht mal mehr an die Originalspiele der Reihe erinnern kann. Irgendwas mit Mexico wahrscheinlich? Hm.

Ach egal. Dieses Jahr ist Gunslinger doch tatsächlich nochmal für die Nintendo Switch erschienen, woraufhin ich im letzten Sale zuschlug. Für etwas über zehn Euro kann ich ja bei einem meiner Lieblingstitel auch nicht viel falsch machen. Oder? Jein. Das Spiel um den Revolverhelden Silas Greaves, der einer Gruppe Gäste in einem Saloon seine Lebensgeschichte erzählt, während ich diese dann in dessen Erinnerung nachspiele, ist nach wie vor ganz großartig erzählt und das Herumballern mit Gewehr, Schrotflinte oder zwei Revolvern ist immer noch höchst stylish. Und auch sonst ist eigentlich alles noch genauso, wie vor 13 Jahren im Original auf Xbox 360 und Playstation 3, was ihr hier nachlesen könnt.

Leider hat sich in den Jahren nach dem erstmaligen Erscheinen technisch einiges getan, was dem Gunslinger auf der Switch jedoch komplett verwehrt bleibt. Die Bildrate auf der Nintendokonsole ist eh schon nicht hoch und stürzt in actionreichen Szenen noch weiter ab. So ruckelt das Spiel unschön vor sich hin, die Übersicht lässt zu wünschen über und von feinfühliger Kontrolle der Situationen kann Silas Greaves nur besoffen neben einer leeren Flasche Whiskey träumen.

Großspurig versprach der Trailer im Vorfeld die Integration von Bewegungssteuerung, die in der Realität zitternd und ruckelnd ein Fadenkreuz über den Bildschirm jagt, das nicht ansatzweise hinter dem herkommt, was Call of Juarez Gunslinger in manchen Situationen auf mich hetzt. Qualität ist, wenn man Mechaniken, die nichts taugen lieber weglässt, und sie nicht bloß drin lässt, weil das Marketing damit Kunden ziehen will.

Und wo ich gerade von Mechaniken schreibe, die nichts taugen: Die Duelle, die einen großen Teil von Gunslinger ausmachen, waren damals schon doof. Warum konnte man sich derer also nicht noch einmal annehmen und in eine etwas weniger willkürliche Richtung korrigieren?

So ist das technisch herausragendste an Gunslinger auf der Switch leider das Hauptmenü, welches wirklich schön flüssig läuft. Ich habe es trotzdem wieder durchgespielt und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich auch noch Lust auf mehr und werde vielleicht noch ein New Game Plus wagen. Trotz der technischen Einschränkungen, und das sagt ja hoffentlich einiges über die anderen Qualitäten dieses Titels aus.