Damals in der Spielhalle waren es neben Prügelspielen für mich vor allem die Rennspiele mit ihren opulenten Gehäusen inklusive Sitz, Lenkrad, Pedalen und im Falle von zum Beispiel GTI Club sogar einer Handbremse, die mich magisch anzogen und um so manche Mark gebracht haben.

Natürlich allen voran SEGA, die erst mit Outrun und Rad Mobile (ziemlich cool mit Sonic Maskottchen am Rückspiegel) im Pseudo 3D Bereich bahnbrechendes leisteten und mich später immer wieder aufs Neue mit echten 3D Titeln wie Scud Race, Daytona oder Sega Rally begeisterten. Besonders interessant aber war hier der Übergang in Form von Virtua Racing, das einerseits bereits mit dreidimensional modellierten Wagen und Rennstrecken aufwartete, andererseits aber noch komplett ohne Texturen auskommen musste. Es war ziemlich kantig, die geometrischen Formen wirkten viel zu glatt und es hat mich schlichtweg umgehauen. Ich weiß noch wie begeistert ich von den Pitstop Animationen war, die das Tanken und den Reifenwechsel der Wagen zeigten und für damalige Verhältnisse eine technische Meisterleistung waren.

Jetzt gibt es mit Hotshot Racing einen kleinen Indie Racer, der uns genau in diese Zeit zurückversetzen möchte. Eine Strategie, die bei mir komplett aufgegangen ist. Ich mag einfach alles an diesem Rennspiel. Von den texturarmen Autos, über die kantigen Fahrer, bis hin zu den Strecken, die mich immer wieder mit ihren Attraktionen am Streckenrand an die Klassiker des Genres erinnert haben, ohne dabei wie ein Plagiat zu wirken.

Meine Zeiten als Rennspieler sind leider mindestens so lange vorbei, wie die flächendeckende Existenz guter Videospielhallen in diesem Land. Trotzdem habe ich mit Hotshot Racing extrem viel Spaß, denn die Steuerung ist astrein, die Driftmechanik schnell erlernt und gut kontrollierbar und es bietet sogar auf der Switch zumindest im Einspieler Modus flüssige sechzig Bilder pro Sekunde. Außerdem hat es genug eigene Ideen um sich nicht ganz auf den Lorbeeren der Nostalgie auszuruhen. Wie etwa die tolle Strecke durch einen Dinopark oder die Möglichkeit die Wagen bis hin zu kleinen Details wie Wackelköpfe auf dem Armaturenbrett zu personalisieren.

Online ist leider zumindest auf der Switch nicht viel los, was mich als Multiplayermuffel aber nicht wirklich stört. Ich erfreue mich eher an einem der Einzelspieler Grands Prix, wo es am Ende sogar ganz klassisch kleine Abspänne für alle Rennfahrer gibt. Und mit sechzehn schönen Strecken, acht Fahrern und 32 Rennwagen kann ich bei circa 15 Euro auch nicht anders, als hier eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszusprechen.