Gestern erschien mit Legends das erste große Update für Sucker Punchs Referenztitel, der nun auch online zu zweit oder zu viert gespielt werden kann. Und das funktioniert von Anfang an überraschend reibungslos. Abseits von der technischen Finesse, die schon das Hauptspiel ausgemacht hat, ist es aber vor allem die spielerische Erfahrung, die hier noch einmal einen drauf setzt.

Bevor Legends mich als Samurai, Jäger, Assassine oder Ronin ins Onlinegefecht lässt, muss ich das Tutorial für jede Klasse spielen, damit ich nachher nicht sagen kann, ich wurde nicht gewarnt. Gleich im Anschluss der Pflicht schloss ich mich mit einem Freund zusammen und wir stellten uns der Kür. In diesem Fall Legends Story Modus. In zwei Handvoll Missionen, für die wir je nach Leistung zwischen zwanzig und vierzig Minuten benötigt haben, kämpften wir mit Schwert, Bogen, Rauchbomben, Krähenfüßen, Bomben und was sich sonst noch so im Brustbeutel professioneller Kenshi befindet, durch Scharen von Mongolen, Dämonen und Geistern.

Kleine abstrakte Variationen von Tower Defense oder Survival lockern den Verlauf der Geschichte hier und da auf. Neue Aspekte wie die Kraft der Götter, die temporär das eigene Schwert elementar verstärkt, sorgt hier und dort dafür, dass zwischen zwei Schlägen auch mal kurz nachgedacht werden muss. Unterm Strich war das eine tolle Erfahrung und hat uns großen Spaß bereitet.

Was aber natürlich am coolsten war, ist die Möglichkeit, sich zu zweit abzusprechen, immer wieder Strategien für die etwas schwierigeren Stellen im Voraus zu planen und diese dann in den darauffolgenden Minuten erfolgreich umzusetzen. Was grob geschätzt in einem von fünf Fällen geklappt hat. Was nicht heißt, dass die anderen vier Fälle weniger Spaß gemacht haben. Exakt synchron ausgeführte Attacken auf zwei oder drei Gegner wirken im Koop noch einmal großartiger, keine Frage. Aber fünf Minuten absprechen und dann hinter der ersten Ecke von einer Wache überrascht werden, die ahnungslos am Feuer einen Sake trinkt, ist nicht weniger unterhaltend.

Am Ende sind es dann die Situationen, in denen sich gegenseitig aus der Patsche geholfen wird, die Adrenalin und Spaßfaktor zum Steigen bringen. Nicht selten konnte ich aus der Distanz mit meiner Jagdexpertin Angreifer mit dem Bogen erledigen, die mein Kumpel noch nicht mal auf dem Schirm hatte, während seine Ninja-Fähigkeiten im Kampf gegen viele Gegner auf einmal glänzten. Sich im Spiel gegenseitig zu ergänzen ist Ghost of Tsushima Legends auf den ersten Blick sehr gut gelungen.

Am Ende der Geschichte auf dem anfangs einzigen zur Verfügung stehenden Schwierigkeitsgrad Bronze gab es zwei, drei herausfordernde Momente. Silber und Gold steht noch aus, wobei die Herausforderung hier auch in der begrenzten Menge an Neustarts nach dem Tod beider Spieler liegt. Ich bin gespannt.

Zwischen den Missionen gibt es natürlich Loot en masse und jedes neue Ausrüstungsstück macht die Protagonisten stärker und verleiht Bonusfähigkeiten, die bereits aus dem Hauptspiel bekannt sind. Ist das Ausrüstungslevel 90 erreicht, darf dann auch der Nightmare Modus betreten werden. Was sich dahinter verbirgt, ist mir mit Level 27 aktuell noch nicht bekannt und auch noch ein bisschen egal. Aber wir arbeiten dran. Als nächstes wollen wir mit zwei weiteren Freunden in die Überlebensspiele einsteigen und darauf freue ich mich schon sehr.

Multiplayer ist nicht jedermanns Sache und auch ich bevorzuge sonst eher das für mich alleine spielen. Aber hier setzt es dem Spiel nochmal ein Krönchen in Sachen Erfahrung und Atmosphäre auf. Das kann ich nicht anders sagen.