Dieses Spiel über einen Straßenpolizisten im Brooklyn der Achtziger ist für mich eine kleine Überraschung gewesen und aktuell der Grund, warum ich regelmäßig meine Haltestelle in der Straßenbahn verpasse. Ich kann es einfach nur schwer weglegen. Mein Revier, der sogenannte Beat, eine Straße mit gut einem Dutzend Gebäuden, will tagtäglich kontrolliert werden und verlangt von mir, Falschparker zu ahnden, besorgten Bürgern zu helfen, Überfälle zu vereiteln, Handtaschendiebe zu schnappen, meinen Hunger zu stillen, die Mafia im Auge zu behalten, die lokale Straßengang unter die Lupe zu nehmen, und, und, und.

Für ein zweidimensionales Setting in genau einer Straße ist das Spiel unglaublich komplex und alles wirkt gut aufeinander abgestimmt und ausbalanciert. Das Spieldesign, angelehnt an die TV Cops der Achtziger, sorgt für Easter Eggs en masse: In einem Kino an der Ecke laufen jeden Tag andere Filme der Ära, einige Nebenaufgaben sind direkte Referenzen zu wieder anderen Filmen und ab und an steht auch mal ein bekanntes Auto im Parkverbot.

Schön ist, dass neben all diesen optionalen Feinheiten auch das Spielerische nicht zu kurz kommt. Beat Cop gibt es quasi auf jeder Plattform und sogar auf dem Smartphone lässt es sich durch simples Anklicken sehr gut bedienen. Die Spielmechaniken wie das Ausstellen von Tickets und das Interagieren mit Personen und Gegenständen gehen ebenfalls gut von der Hand. Beat Cops Herausforderung besteht darin, die täglich wiederkehrenden Aufgaben, wie Tickets vergeben und Streife zu gehen, mit einem Haufen abwechslungsreicher Nebenaufgaben unter einen Hut zu bringen. Überstunden sind nämlich nicht nur verpönt, sie werden gar nicht zugelassen.

Aber der Polizeichef ist gnadenlos und will die täglichen Pflichten erfüllt sehen, während die Ex-Frau regelmäßig ihre Alimente abzieht und die Straßengang genau wie die Mafia gerne mal mit lukrativen Nebenaufgaben winkt. Ein Achtziger Cop zu sein ist anstrengend, ein Achtziger Cop mit reiner Weste und der Aussicht auf einen erlebten Ruhestand zu sein, scheint beinahe unmöglich. Und dann muss innerhalb der 21 Spieltage auch noch der eigene Name wegen einer unglücklichen Sache in der Vergangenheit rein gewaschen werden. Langweilig ist es als Beat Cop also nicht. So richtig frustrierend zum Glück auch nicht, denn oft gibt es zwar einen ordentlichen Anschiss aber nicht immer gleich das Game Over. Und wenn doch, erlaubt das Spiel den Zugriff auf eine Auswahl an Spielständen und hat sogar noch eine Möglichkeit die Zeit zurückzuspulen in Petto.

Lediglich die Speichermechanik ist etwas engstirnig und findet für meinen Geschmack viel zu selten statt. Ein manuelles Speichern würde ich mir für zukünftige Updates wünschen, gerade für Bahnspieler. Aber dieser Text ist jetzt schon viel zu lang geraten, denn die Straße ruft schon wieder! Ich muss weg und für Ordnung sorgen. Und ab und zu auch für Recht.