Donswelt 👊

TexthĂ€ppchen ĂŒber Bildschirmunterhaltung von Torsten.

The Defenders

Aus dem Archiv · serie

Das Netflix-Marvel Universum ist wie Eis. Gibt es gefĂŒhlt an jeder Ecke und macht Bauchweh, wenn man zu viel davon konsumiert. Beim nĂ€chsten Mal hat man aber trotzdem wieder Bock drauf. Iron Fist war kein gutes Eis, und trotzdem finde ich mich jetzt vor der einhundertsiebenundzwanzigsten Marvel Serie von Netflix wieder: The Defenders. Mit einem Eis in der Hand, denn ich habe herausgefunden, wie ich Marvels Netflix-Serien genießen kann, ohne Bauchschmerzen zu bekommen, weil sie entweder leicht dilettantisch umgesetzt sind, ab der HĂ€lfte ihren Drive verlieren oder generell viel zu lange laufen: Ich darf sie nicht mehr ernst nehmen. Warum hat mir bisher niemand gesagt, dass es so einfach ist? Dass ich eine bĂ€renstarke Alkoholikerin, ein kugelsicheres Carhartt-Model, einen himmlischen Kung-Fu Krieger und einen Blinden, der die Flöhe husten hört nicht ernst nehmen sollte, kann ich ja nicht wissen. Schließlich trĂ€gt nur einer von ihnen ein illustres KostĂŒm!

Egal, denn plötzlich machen die Defenders richtig Spaß. Da kann ich ĂŒber Daredevils moralische ZwickmĂŒhle hinwegschmunzeln, die manische Leck-mich-Arsch-AttitĂŒde von Jessica Jones in vollen ZĂŒgen genießen und die aufkeimende Bromance zwischen Iron Fist und dem Power Man mit hochgestreckter Faust zur Solidarisierung feiern. Selbst wenn Misty Knight in einer kĂ€sig triefenden Szene der ihr bis dato völlig fremden Colleen Wing auf einer Polizeiwache ein Katana ĂŒberreicht, nur damit die Fangemeinde der „Töchter des Drachen“ mit TrĂ€nen der Freude in den Augen auf eine eigene TV-Serie hoffen kann, amĂŒsiert mich das.

Am Ende habe ich diese Serie sicherlich genauso schnell vergessen, wie die VorgĂ€nger, die ihren Weg bereiteten mussten. Aber geschmeckt hat es diesmal trotzdem. Und wenn der Punisher kommt, bin ich auch wieder bereit fĂŒr eine Kugel. Also vom Eis.