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SnowRunner

2021-06-07 · spiel

Ein Jeep, der im Schnee stecken geblieben ist

SnowRunner ist ein Phänomen: Es ist unzugänglicher als das Tunguska-Gebirge, lässt mich Wege ständig wiederholen, weil ich steckengeblieben, umgefallen oder liegengeblieben bin und ist sich auch nicht zu schade, mich am Ende des Tutorials in einem Gebiet stehen zu lassen, für das ich noch keine passenden Fahrzeuge habe. Der Fakt, dass ich es trotzdem nicht weglegen kann, beweist entweder dass ich zu blöd bin oder die Entwickler fiese Genies sind.

Jetzt ist dieses Spiel auch noch auf der Switch rausgekommen, deren Hardware schon Schnappatmung bekommt, wenn sie Spiele stemmen muss, in der nicht aufwendige Topografie mit realistischer Physik simuliert wird. Wer ist denn bitte schön so blöd und kauft das dann? Ja, hier. Willkommen in meinem Leben.

Und auch wenn SnowRunner auf der Switch technisch deutlich hinter den Varianten auf Xbox, PlayStation und natürlich PC rangiert, ist es für sich allein gesehen eine kleine technische Sensation. Stabile 30 Bilder pro Sekunde, trotz der niedrigen Auflösung immer noch von beeindruckender Bildgewalt und sogar eine uneingeschränkte Cockpitperspektive (mit beschlagenen Spiegeln) ist vorhanden. Hier und da poppen zwar kleine Büsche und Steine auf und das Titelbild ist so hässlich, dass es danach schreit in der nächsten Matschgrube ertränkt zu werden, aber alles in allem wurde hier viel handwerkliches Geschick bewiesen.

Und das Spiel? Da ist alles wie immer. Ich habe den gestrigen Abend damit verbracht einen Anhänger mit Ladung einen drei Kilometer langen Weg über einen Berg zu hieven. Dabei bin ich mehr als einmal so steckengeblieben, dass ich von der Garage aus neu starten musste, vier oder fünfmal ist mir das Fahrzeug einfach umgekippt und einmal war vom vielen Rangieren das Benzin alle. Die letzten 15 Meter waren ganz sicher die längsten virtuellen Meter, die ich in einem Videospiel jemals zurückgelegt habe. Irgendwann nach Mitternacht hatte ich es dann endlich geschafft. Es fühlte sich jetzt nicht so gut an, wie es die Fans von Soulslike Spielen immer so gerne missionieren, als ich aber drei Minuten später kurz nicht aufpasste, in einem dicken Schlammloch feststeckte und neu starten musste, war das deutlich egaler als zuvor.

Ich merke schon, wie ich zum abgehärteten, virtuellen Fernfahrer werde. Das Spiel hat auch ohne DLC und Seasonpass soviel Inhalt, dass ich es unmöglich in der nächsten Zeit durchspielen kann. Ich teile mir das jetzt also schön ein. Ist auch besser fürs Herz, wenn ich mich nicht stetig über dieses Spiel aufrege.