Donswelt ­čĹŐ

Texth├Ąppchen ├╝ber Bildschirmunterhaltung von Torsten.

Sifu

2022-02-11 · spiel

Die Protagonistin aus Sifu verpr├╝gelt einen Mann auf der Toilette

Die Sifu Tests der letzten Tage fangen in der Regel mit dem Hinweis an, dass man nur bis Level Drei gekommen ist, aber trotzdem was ├╝ber den Titel schreiben m├Âchte. Dem kann ich mich genau so anschlie├čen. Aber wenn man mal ├╝berlegt, wie kurz Sifu erst am Start ist und dass es nur f├╝nf Level hat, ist doch beim eigenen Verm├Âgen vielleicht noch Luft nach oben.

So oder so: Sifu ist das beste Kung-fu Spiel seit uns Jet Li mit seinem Antlitz auf der PlayStation 2 im Spiel Rise to Honor begl├╝ckt hat. Das macht zum einen die Optik, die genau richtig reduziert und mit perfekt choreografierten Animationen wundersch├Ân die beim Martial Arts Film so wichtige Kinetik r├╝berbringt. Zum anderen spielt sich Sifu genau so, wie sich ein bockschweres Pr├╝gelspiel spielen muss: Geschmeidig, mit einem f├╝hlbaren Flow.

Genre├╝bliche Dreierkombos und Stick/Tasten-Kombinationen entlocken den ProtagonistInnen blitzschnelle Fausthiebe, Tritte und Fu├čfeger, die mein altes Neo-Geo und SEGA AM2 Herz sofort schneller schlagen lassen. Angeschlagene Gegner k├Ânnen mit Finishern erledigt werden, die sch├Ân inszeniert wiederum meine alte Liebe f├╝r Kung-fu Filme frisch entfacht, w├Ąhrend Regentropfen mit leichten Vibrationen vom DualSense Controller der PlayStation 5 auf meine H├Ąnde prasseln. Technisch und audiovisuell ist Sifu eine knallharte Handkante.

Aber wie eingangs bereits erw├Ąhnt ist es auch bockschwer. Richtig bockschwer. Der Clou, dass ich mit jedem KO ein paar Jahre ├Ąlter werde, bis ich jenseits der 70 irgendwann das Handtuch schmei├čen muss, hat seine T├╝cken: ├ältere und somit erfahrenere K├Ąmpfer machen zwar mehr Schaden, halten aber auch immer weniger aus. Hinzu kommt, dass ich nach dem Game Over zwar immer wieder direkt im zuletzt erreichten Level anfangen darf, dieses aber in dem Alter und der Verfassung tun muss, mit der ich dort in meinem besten Versuch hingekommen bin. Und so wird das Unterfangen eben gleich viel schwieriger, wenn ich zwar endlich bis Level Drei gekommen bin, dort aber immer wieder mit 68 Jahren anfangen muss und der R├╝cken schon bedrohlich knarzt. Es gilt also, die Runs immer wieder von Anfang an zu starten, um m├Âglichst jung in den sp├Ąteren Leveln anzukommen.

Daf├╝r gibt es auch Techniken, die mir das Leben einfacher machen und die mit dem Einsatz von Erfahrungspunkten permanent freigeschaltet werden k├Ânnen. Andere wichtige Verbesserungen sind allerdings weiterhin nur tempor├Ąr ├╝ber den Zeitraum eines Runs zu erlangen. Auch hier gilt es, bei neuen Durchg├Ąngen genau zu planen, was ich an meinen K├Ąmpfern ausbaue.

Klingt fies, ist es auch. An dieser Stelle noch ein drittes Aber: Es macht halt richtig viel Spa├č und weil die ersten beiden Level mit einem Lagerhaus und einem Club genau die richtigen Szenarios f├╝r eine saftige Pr├╝gelei liefern, ist es auch erst einmal gar nicht so wild, wenn ihr dort nicht dr├╝ber hinauskommt. Sifu kann auch einfach als Pr├╝gelsnack f├╝r eine ordentliche Abreibung zwischendurch gespielt werden. Easy to learn yet hard to master haben sie damals in der Spielhalle gesagt und sich dann tot gelacht, wenn sie deine Yie Ar Kung-Fu Highscore gesehen haben. Macht nichts. Ich bleibe dran, beschw├Âre meine innere Uma Thurman herauf und glaube fest daran, dass ich irgendwann Bill oder Sean oder wie auch immer der Endboss hei├čt, besiegen werde.

Siebzigerjahre funky Gitarrenriff, ausblenden zu Schwarz.