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Sol Cresta

2022-03-01 · spiel

Mein einstiger Entwickler der Herzen, Platinum Games (Ôkami, ihr erinnert euch?), hat ein vertikales Shmup (Shoot'em-ups, ihr erinnert euch?) gemacht. Sol Cresta, ursprünglich als Aprilscherz ins Netz gestellt, ist der Nachfolger einer Serie, die mich schon auf dem Commodore 64 mit Terra Cresta begeistert hat. Dessen Soundtrack aus der Feder von Martin Galway lässt mich auch heute noch regelmäßig in wohliger Nostalgie schwelgen.

40 Euro hat mich das Spiel gekostet, was erst einmal recht happig für ein Genre wirkt, das man am Stück in unter einer halben Stunde durchspielen könnte. Wenn man denn die Hand-Augen-Koordination eines im Labor gezüchteten Teenagers hätte. Hab ich nicht. Außerdem wirkt es auch erstmal nur teuer, weil in dem Bereich aktuell vor allem viele emulierte Klassiker im unteren Preissegment herausgebracht werden. Und wenn ich mir neuere Shoot'em-ups auf meiner Wunschliste im japanischen Eshop der Switch so anschaue, um die erstaunlicherweise jedes Angebot einen hohen Bogen zu machen scheint, ist es sogar noch vergleichsweise günstig.

Weh getan haben die 40 Euro im Nachhinein trotzdem. Denn Sol Cresta ist auf der Switch, meiner Go-to Konsole für Shmups aufgrund des Flip Grips für Vertikalspiele und alternativ auf Grund eines vorhandenen Arcade Sticks, einfach eine technische Enttäuschung. Die schlechte Performance mit einer Bildrate diesseits der 30 und die fusseligen Sprites sind eine Zumutung. Und es sind nicht mal übermäßig viele Kugeln auf dem Schirm, dass ich hier von Bullet Hell sprechen würde. Das haben andere schon viel besser hinbekommen. Leider.

Spielerisch würde mich die Möglichkeit, die maximal drei Raumschiffteile, die ich mit Hilfe von Extras aufsammele und in einer Zeitlupe zu temporär freigeschalteten Formationen mit verschiedenen Waffensystemen zusammensetze, sogar reizen. Da aber sämtliche gegnerische Formationen uninspiriert und öde über fragwürdig bunte Hintergründe auf mich zu ruckeln und Bosse maximal mit einem dicken Strahl daher kommen, blieb die Motivation zum Experimentieren bisher aus. Und wenn der Endboss dann zuweilen auch noch zu unfairen Mitteln greift, ist zum Schluss komplett die Luft raus und der letzte Funken Spaß futsch.

Ich weiß nicht. Bestimmt gebe ich dem Titel nicht die Chance, die er verdient hat, aber so richtig sehe ich aktuell noch nicht, womit er das verdient haben könnte. Da greife ich doch lieber zu Psyvariar Delta auf der Switch, das sich, direkt nach Sol Cresta eingelegt, ungefähr so anfühlt, als ob jemand den Prozessor der Switch mal eben zu 300 Prozent übertaktet hat.