Donswelt 👊

TexthĂ€ppchen ĂŒber Bildschirmunterhaltung von Torsten.

Cozy Grove

2022-07-13 · spiel

Ein Protagonist im Spiel Cozy Grove. Schön bunt.

Ich bin ja ganz großer Fan von Spielen, die reiner Zeitvertreib sind. Also keine Ziele haben und wenn doch, dann muss das ein Grind sein, der sich gefĂ€lligst gewaschen hat. Da schaut mich jetzt das Spiel Cozy Grove an, weil es sich zu recht angesprochen fĂŒhlt. In meiner Bubble wurde bis dato gefĂŒhlt kein einziges Wort ĂŒber dieses Spiel verloren und erst als Frau Donswelt damit anfing und nach vier Wochen immer noch nichts anderes spielte, wurde mein Interesse entgĂŒltig geweckt.

Cozy Grove ist eine kleine Insel, optisch wunderhĂŒbsch gestaltet in einem Stil, der irgendwo zwischen Don't Starve und The Wild at Heart pendelt. Allerdings recht farblos. Das können wir aber temporĂ€r Ă€ndern indem ortsansĂ€ssigen BĂ€ren bei kleinen Aufgaben geholfen wird. In der Regel mĂŒssen ein oder mehrere GegenstĂ€nde gefunden werden, die irgendein oller BĂ€r verbaselt hat. Dazu gibt es dann immerhin Tipps, wo das Objekt zuletzt gesehen wurde: Bei einer Eiche, an einem Strand, hinter einer Scheune und so weiter.

So entpuppt sich das Spiel als eine Art interaktive Wimmelbildsuche, deren Reiz sich daraus ergibt, dass zufriedengestellte BĂ€ren ihre Gebiete wieder herrlich schön einfĂ€rben. Taktisch klug platzierte selbstgekaufte oder selbstgebaute Lampen können die Farbenpracht dann sogar ĂŒber die Zonen der BĂ€ren hinaus weiterleiten. So liegt es am Spieler, der Insel ihre Farbenpracht wiederzugeben. Bis am nĂ€chsten Tag vieles wieder farblos wird und die BĂ€ren erneut Aufgaben fĂŒr uns bereithalten. Ich hoffe insgeheim, dass vollends befriedigte Regionen irgendwann mal fĂŒr immer bunt bleiben. Soweit bin ich aber noch nicht und spoilern möchte ich mich dahingehend auch nicht.

FĂŒr die nötige Abwechslung sorgen vierunddrölfzig Ressourcen, die auf verschiedenste Weise gesammelt und die via Crafting in Dekorationen, Werkzeuge und Flora umgewandelt werden können. Im Zentrum steht dabei unser kleines Zelt, das wir mit der Zeit zu einem stattlichen Haus aufrĂŒsten können und sogar dessen Inneneinrichtung nach Belieben zusammenzimmern dĂŒrfen. Vor dem Zelt lodert Flamey, ein kleines Lagerfeuer mit Bewusstsein, das uns mit Inventarmanagement, Kochkunst und Tipps zur Seite steht. Zufriedene BĂ€ren geben spirituelles Feuerholz ab, das wiederum Flamey sehr zu schĂ€tzen weiß. Genug Holz erweitert die Insel jeweils ein gutes StĂŒck und lĂ€dt neue Bewohner ein, die uns ihrerseits mit neuen Aufgaben beehren. SpĂ€testens jetzt sollte klar sein, wie komplex dieses scheinbar sehr kleine Spiel doch ist. Muss ich jetzt ĂŒberhaupt noch erwĂ€hnen, dass angeln und kochen ebenfalls möglich ist? Oder dass es eine zu vervollstĂ€ndigende Sammlung gibt, die so dermaßen groß ist, dass sie JĂ€ger und Sammler in einer PfĂŒtze ihrer eigenen FreudentrĂ€nen baden lĂ€sst? Hat es, hat es.

Der Twist, der dabei nicht nur ein wenig an Animal Crossing erinnert: Jeder NachbĂ€r (höhö) hĂ€lt pro Tag nur eine Aufgabe fĂŒr uns bereit. Sind diese Aufgaben abgearbeitet, können wir uns zwar noch die Zeit mit Nebenaufgaben vertreiben, Fortschritt in Sachen Story oder dem Ausbau der Insel wird aber erst wieder am nĂ€chsten Tag stattfinden können. Es gibt sogar Aufgaben, die nicht an einem Tag zu bewĂ€ltigen sind. Cozy Grove ist also auch Entschleunigung.

Das alles ist genau mein Ding. Da ist es mir sogar relativ egal, dass es technisch auf der Switch eine kleine Katastrophe ist. Weil es zum Beispiel alle drei Minuten speichert und dabei ein paar Sekunden einfriert (kann auch abgestellt und manuell gemacht werden) oder insgesamt nicht auf eine nennenswerte Zahl an Bildern pro Sekunde kommt. Es ist ja kein Titel, wo ich schnell reagieren muss. Ob und wieviel das auf anderen Plattformen besser aussieht weiß ich nicht. ErhĂ€ltlich ist Cozy Grove jedenfalls ĂŒberall.

Ich finde es großartig und werde auch die nĂ€chste Zeit damit verbringen, BĂ€ren zu beglĂŒcken. Ganz gemĂŒtlich und ohne Stress.