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Tetsudon Nippon! Rosen Tabi Sangi Tetsudou Hen

2022-08-17 · spiel

Ein Blick aus der Kabine einer Straßenbahn auf die Strecke.

Oder wie ich zu sagen pflege: Japanese Rail Sim 2. Macht zwar keinen Sinn, weil es ja nur der zweite Teil auf der Switch ist und es schon vorher Teile auf dem DS gab, aber egal. Nachdem Teil Eins als erste japanische Kleinbahnsimulation eine Lokalisierung auf der PS4 erhalten hat und mir der spezielle Charme der abgefilmten Strecken gut gefallen hat, habe ich mir nun auch den Nachfolger zum Angebotspreis im japanischen eShop geholt.

In der Präfektur Mie fahre ich hier von der Haltestelle Umamichi nach Ageki. Im späteren Verlauf des Spiels wahlweise auch wieder in die andere Richtung. Neu ist die Möglichkeit Haltestellen nicht nur im Zeitrahmen und auf den Zentimeter genau anzufahren, sondern auch anzusagen. Hörte ich zumindest, aber im ersten freigeschalteten Modus ist diese Option scheinbar noch nicht verfügbar. Denn wie schon im ersten Teil sind neue Modi wie etwa das freie Fahren ohne Zeitdruck erst dann auszuwählen, wenn vorhandene Spielarten mindestens einmal erfolgreich beendet wurden. Ich arbeite dran.

Aber ist das Abspielen von real gefilmten Strecken wirklich eine gute Idee auf der Switch? Nein, absolut nicht. Denn so schön die Präfektur Mie auch sein mag: Die optische Qualität der Filme, gepaart mit japanischer Zurückhaltung bei deren Aufnahme, erzeugen jetzt keine grafischen Ergüsse. Sie erreichen nicht einmal die untere Grenze des Standards. Das geht soweit, dass ich den Unterschied zwischen einem Gegenstand und einem unvorsichtigen Fußgänger am Gleisrand erst richtig erkenne, wenn ein akustisches Warnsignal schon keinen Sinn mehr macht.

Auch die Authentizität legt mir hier noch weitere Steine auf die Gleise. Die Instrumente der Kabine in der Straßenbahn sind so hoch, dass ich kaum etwas von der Strecke unterhalb des Horizonts sehe. Möglicherweise ist mein Alter Ego ja aber auch einfach nur viel zu klein. Die Möglichkeit einen Stapel Bücher auf den Fahrersitz zu legen, fehlt hier leider. Dafür kann ich zwar die Kabine ausblenden, die Immersion ist dann allerdings völlig dahin.

Seltsamerweise macht mir das Spiel trotzdem wieder sehr viel Spaß. Es ist einfach die Einzigartigkeit der Serie und der schmale Grat zwischen Arcade-Simulation und Kuriosität, der mich überzeugt und wunderbar unterhält. Und so habe ich auch mit diesem Teil meinen Spaß und freue mich schon auf die nächste längere Session, wenn es wieder heißt: Achtung an der Bahnsteigkante. Also auf Japanisch.